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Gesetzbuch Napoleons oder Das in den Königl. Preussischen Rhein-Provinzen geltende bürgerliche Recht / uebersetzt von dem Justizrath P. F. Cremer, Advocat-Anwalt bei dem Königl. Landgerichte zu Düsseldorf
Entstehung
Seite
308
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308 Fuüunfter Titel.

Von dem Ehecontracte und den gegenſeitigen Rechten der Eheleute*).

Erſtes Capitel. Allgemeine Verfuͤgungen.

Art. 1387. Das Geſetz ſchreibt der ehelichen Geſellſchaft in Ruͤckſicht des Vermoͤgens keine Regeln vor, als in Er⸗ mangelung beſonderer Verabredungen, und die Eheleute koͤn⸗ nen ſolche Verabredungen treffen auf jede beliebige Art und Weiſe, wenn ſie ſich nur nach den hier unten folgenden Ein⸗ ſchraͤnkungen richten, und nichts darin verfuͤgen, was den guten Sitten zuwider iſt.

1388. Dem Ehemanne ſtehen naͤmlich gewiſſe Rechte zu, die ihren Urſprung haben in ſeiner Gewalt uͤber die Perſon der Gattinn und Kinder, oder die ihm gebuͤhren als Haupt der Familie; dem letztlebenden von beiden Eheleuten ſtehen gewiſſe Rechte zu, vermoͤge des Titels von der vaͤterlichen Gewalt, und vermoͤge des Titels von der Minderjaͤh⸗ rigkeit, der Vormundſchaft und der Emancipa⸗ tion; in Ruͤckſicht aller dieſer Rechte koͤnnen die Eheleute nichts abaͤndern, ſo wie auch nicht in Ruͤckſicht auf die ver bietenden Verfuͤgungen des gegenwaͤrtigen Geſetzbuches.

1389. Es ſteht ihnen nicht frei, irgend eine Verabredung zu treffen, oder irgend einen Verzicht zu leiſten, deren Zweck es waͤre, die geſetzliche Ordnung in der Erbfolge zu aͤndern, entweder in Ruͤckſicht auf ſie ſelbſt in der Erbfolge ihrer Kin⸗ der oder Abköoͤmmlinge, oder in Ruͤckſicht ihrer Kinder unter ſich. Uebrigens ſoll hiedurch den Schenkungen unter Lebenden oder durch letztwillige Verordnung, wenn ſie nach den For⸗ men und in den Faͤllen, welche gegenwaͤrtiges Geſetzbuch be⸗ ſtimmt, gemacht ſind, kein Abbruch geſchehen.

*) Geſetz vom 20. Pluvioſe 12. J.(40. Februar 1804); pro⸗ mulgirt den 30. des naͤmlichen Monats(20. Februar 1804).