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Gesetzbuch Napoleons oder Das in den Königl. Preussischen Rhein-Provinzen geltende bürgerliche Recht / uebersetzt von dem Justizrath P. F. Cremer, Advocat-Anwalt bei dem Königl. Landgerichte zu Düsseldorf
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§. II.

Von Privaturkunden.

Art. 1322. Privaturkunden, wenn ſie anerkannt ſind von demjenigen, dem ſie entgegengeſetzt werden, oder auch, wenn ſie gehoͤrig fuͤr anerkannt gehalten werden, haben unter denjenigen, die ſie unterſchrieben haben, ſo wie unter ihren Erben und denen, die ſie vertreten, den naͤmlichen Glauben, wie oͤffentliche Urkunden.

1323. Derjenige, dem eine Privaturkunde entgegenge⸗ ſetzt wird, muß ſeine Schrift oder Unterſchrift entweder foͤrm⸗ lich anerkennen oder ablaͤugnen.

Seine Erben oder Vertreter koͤnnen ſich aber mit der Erklaͤrung begnuͤgen, daß ſie die Schrift oder Unterſchrift deſſen, den ſie vertreten, nicht kennen.

1324. In dem Falle, wo ein Theil ſeine Schrift over Unterſchrift ablaͤugnet, und wo ſeine Erben oder ſonſtigen Vertreter erklaͤren, daß ſie ſie nicht kennen, wird ihre Aus⸗ mittelung von Gerichts wegen verordnet.

1325. Privaturkunden, wenn ſie zweiſeitige Verabredun⸗ gen enthalten, ſind nur in ſo weit guͤltig, als davon ſo viele Originalien ſind gemacht worden, als Partieen vorhanden ſind, die ein verſchiedenes Intereſſe haben.

Haben alle Theile ein und daſſelbe Intereſſe, ſo iſt ein Original hinreichend.

Jedes Original muß die Zahl der Originalien enthalten, welche davon gemacht worden ſind.

Hat indeſſen jemand ſeinerſeits die Verabredung, welche die Urkunde enthaͤlt, erfuͤllt: ſo kann er die Einrede nicht mehr entgegen ſetzen, daß dieſelbe nicht vermelde, die Urkunde ſei in doppeltem, dreifachem u. ſ. w. Original gemacht.

1326. Einſeitige Urkunden, Billette oder Handſcheine unter Privatunterſchrift, wodurch ein Theil allein ſich verbin⸗ det, dem andern eine Summe Geldes oder eine Sache, deren Werth ſich beſtimmen laͤßt, zu entrichten, muͤſſen ganz von der Hand deſſen geſchrieben ſein, der ſie unterzeichnet; wenig⸗ ſtens muß er nebſt ſeiner Unterſchrift mit ſeiner eigenen Hand ein Gut fuͤr, oder Genehmigt geſchrieben haben, wel⸗