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676. Der Eigenthuͤmer einer nicht gemeinſchaftlichen Mauer, wenn ſie auch unmittelbar an das Erbe eines an⸗ dern ſtoͤßt, kann in dieſe ſeine Mauer zugeſchloſſene und auch begitterte Oeffnungen oder Fenſter machen.
Solche Fenſter muͤſſen dann mit einem eiſernen Gitter eingefaßt ſeyn, deſſen Scheiben oder Oeffnungen hoͤchſtens einen Decimeter— ungefaͤhr drei Zoll und acht Linien— groß ſind; der Rahmen muß daran verſchloſſen ſeyn oder nicht aufgehen koͤnnen..
677. Iſt nun das Zimmer, dem man Licht geben will, unten an der Erde: ſo muͤſſen dergleichen Fenſter oder Oeffnungen wenigſtens ſechsundzwanzig Decimeter— acht Fuß— uͤber dem Boden angebracht werden; ſind es Zimmer der hoͤhern Stockwerke: ſo muͤſſen dergleichen Fen⸗
ſter wenigſtens neunzehn Decimeter— ſechs Fuß— uͤber dem Boden ſtehen.—
678. Es iſt zwar nicht verboten, gerade Ausſichten, oder Fenſter zur Ausſicht, Erker und andere aͤhnliche vor⸗ ſtehende Werke zu haben, die auf das Erbe des Nachbars gehen, dies Erbe mag nun geſchloſſen oder offen ſeyn; aber es muß ein Zwiſchenraum von neunzehn Decimetern— ſechs Fuß— ſeyn zwiſchen jenem Erbe und der Mauer, wor⸗ an oder worin man ſolche Ausſichten u. ſ. f. anbringt.
679. Auch iſt es nicht verboren, ſchraͤge oder Seiten⸗ ausſichten auf des Nachbars Erbe zu haben; nur muß ein Zwiſchenraum von ſechs Decimetern— zwei Fuß— zwi⸗ ſchen beiden ſeyn.
680. Der Zwiſchenraum, wovon die beiden vorher⸗ gehenden Artikel ſprechen, wird gerechnet von der aͤußern Verputzung der Mauer, worin die Oeffnung gemacht wird, und, wenn von Erkern oder ſonſtigen vorſpringenden An⸗ lagen die Rede iſt, von ihrer aͤußern Linie bis auf die Scheidungslinie der beiden aneinander ſtoßenden Beſitzungen.
VBierter Abſchnitt. Von der Dachrinne.
Art. 681. Jeder Eigenthuͤmer muß ſeine Daͤcher ſo ein⸗ richten, daß das Regenwaſſer davon entweder auf ſeinen eigenen Grund, oder auf die oͤffentliche Straße falle; er darf ſie nicht ſo einrichten, daß es auf ſeines Nachbars Grund falle.


