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564. Tauben, Kaninchen, Fiſche, die in einen andern Taubenſchlag oder Teich, oder in ein anderes Gehaͤge uͤbergehen, gehoͤren dem Eigenthuͤmer ſolcher Gegenſtaͤnde, vorausgeſetzt daß nicht Betrug oder Liſt ſie hingelockt habe.
Zweiter Abſchnitt.
Von dem Rechte der An⸗ und Zuwuͤchſe in RuͤEſicht auf bewegliche Dinge.
Art. 565. Wenn das Recht der An⸗ und Zuwuͤchſe zwei bewegliche Sachen zum Gegenſtande hat, welche beide zwei verſchiedenen Herren gehoͤren: ſo muß daſſelbe ganz nach den Regeln der natuͤrlichen Billigkeit beurtheilt werden.
Folgende Regeln ſollen dem Richter als Beiſpiele die⸗ nen, um ſich darnach in den nicht vorgeſehenen Faͤllen, nach den beſondern Umſtaͤnden, zu beſtimmen.
566. Wenn zwei Sachen, die verſchiedenen Herren gehoͤren, ſo vereinigt worden ſind, daß ſie zwar ein Gan— zes ausmachen, aber dennoch getrennt werden koͤnnen, ſo daß die eine ohne die andere beſtehen kann: ſo gehoͤrt das Ganze dem Herrn des Haupttheils daran, mit dem Be⸗ ding, dem andern den Werth der mit der ſeinigen vereinigten Sache zu bezahlen.
567. Als Haupttheil wird jener Theil betrachtet, womit der andere bloß in der Abſicht iſt verbunden wor⸗ den, um den erſten Haupttheil zu benutzen, zu verſchoͤnern oder vollſtaͤndig zu machen.
568. Wenn indeſſen die vereinigte Sache weit koſt⸗ barer iſt, als die Hauptſache, und wenn ſie(die vereinig— te Sache) ohne Vorwiſſen des Eigenthuͤmers(der verei⸗ nigten Sache) damit iſt verbunden worden: ſo kann die⸗ ſer fodern, daß die vereinigte Sache getrennt, und ihm wiedergegeben werde, obſchon die Sache, womit die koſt⸗ barere Sache iſt verbunden worden, durch die Trennung etwa eine kleine Beſchaͤdigung leiden koͤnnte.
569. Wenn von zwei Sachen, die zu einem Gan⸗ zen verbunden worden, die eine nicht als Nebenſache der andern betrachtet werden kann: ſo wird als Hauptſache die Sache betrachtet, welche betraͤchtlicher iſt an Werth,


