Druckschrift 
Gesetzbuch Napoleons oder Das in den Königl. Preussischen Rhein-Provinzen geltende bürgerliche Recht / uebersetzt von dem Justizrath P. F. Cremer, Advocat-Anwalt bei dem Königl. Landgerichte zu Düsseldorf
Entstehung
Seite
134
Einzelbild herunterladen

434

Gemaͤlde und Statuen, die zu den Moͤbeln eines Zimmers gehoͤren, ſind auch unter jenem Ausdrucke begrif⸗ fen, nicht aber die Gemaͤldeſammlungen, die ſich etwa in Privatgallerien oder Zimmern vorfinden.

Eben ſo verhaͤlt es ſich mit den Porcellanen: nur je⸗ ne, die einen Theil der Verzierungen eines Zimmers aus⸗ machen, ſind unter der Benennung meubles meublans begriffen.

535. Die Ausdruͤcke: Gereide, bewegliches Gut, biens meubles, Mobilarvermoͤgen, mobilier, oder bewegliche Effecten, effets mobiliers, begreifen uͤber⸗ haupt alles, was nach den hieroben angefuͤhrten Regeln fuͤr beweglich angeſehen wird.

Der Verkauf oder die Schenkung eines moͤblirten Hauſes begreift bloß den Hausrath, les meubles meublans.

536. Wenn jemand ein Haus mit allem, was darin iſt, verkauft oder verſchenkt: ſo iſt in dem Verkauf oder oder der Schenkung das baare Geld nicht begriffen, auch nicht die Activfoderungen und andern Rechte, wovon ſich

die Urkunden etwa in dem Hauſe befinden. Alle andere bewegliche Effecten gehoͤren mit darunter.

Drittes Capitel.

Von den Sachen oder Guͤtern in Bezie⸗ hung auf ihre Beſitzer.

Art. 537. Privatleute koͤnnen uͤber ihr Vermoͤgen verfuͤgen, wie ſie wollen, unter den Einſchraͤnkungen je doch, welche die Landesgeſetze enthalten.

Sachen, die keinem Privaten gehoͤren, werden ver⸗ waltet, und koͤnnen nicht anders veraͤuſſert werden, als jenen Formen gemaͤß, und mit Beobachtung jener Regeln, welche eigens fuͤr ſie feſtgeſetzt ſind.

538. Alle oͤffentliche Wege und Straßen, wenn ſie den Staat angehn, alle ſchiffbare oder floͤßbare Stroͤme und Fluͤſſe, die Ufer, die Ebbe⸗ und Fluthgruͤnde des Mee⸗ res, Haͤfen, Rheden, und uͤberhaupt alle Theile des Ge⸗ bietes, die ihrer Natur nach kein Privateigenthum ſeyn