194— Hritter Abſchnitt. Von der Vormundſchaft der aufſteigenden Verwandten.
Art. 402. Wenn der Letztſterbende von Vater und Mutter dem Minderjaͤhrigen keinen Vormund gewaͤhlt hat: ſo gehoͤrt die Vormundſchaft von Rechtswegen dem Groß⸗ vater auf der vaͤterlichen Seite. In Ermangelung deſſel⸗ ben gehoͤrt ſie dem Großvater auf muͤtterlicher Seite, und ſo weiter hinauf; wobei immer der aufſteigende Verwandte auf vaͤterlicher Seite den aufſteigenden Verwandten auf muͤtterlicher Seite, wenn beide im naͤmlichen Grade ſind, ausſchließt.
403. Wenn weder auf vaͤterlicher noch auf muͤtter⸗ licher Seite des Minderjaͤhrigen ein Großvater vorhanden iſt; ſo kann geſchehen, daß in dem unmittelbar hoͤhern Grade ſich zwei aufſteigende Verwandten finden, die beide gleiche Rechte haben, und beide zur vaͤterlichen Linie des Minderjaͤhrigen gehoͤren. In dieſem Falle geht die Vor⸗ mundſchaft von Rechtswegen auf denjenigen von beiden uͤber, welcher der vaͤterliche Großvater des Vaters des Minderjaͤhrigen iſt.
404. Trifft aber der naͤmliche Fall zwiſchen zwei Ur⸗ großvaͤtern der muͤtterlichen Linie ein: ſo geſchieht die Er⸗ nennung vom Familienrath, welcher jedoch einen von die⸗ ſen beiden aufſteigenden Verwandten nothwendig waͤhlen muß.
Vieytey Abſchutt t.
Von der durch den Familienrath uͤbertragenen Vor⸗ mundſchaft.
Art. 405. Die Ernennung eines Vormundes liegt einem Familienrathe in folgenden Faͤllen ob:
iſtens, wenn ein Kind, welches minderjaͤhrig und nicht aus vaͤterlicher Gewalt entlaſſen iſt, weder Vater oder Mutter, noch einen von Vater oder Mutter erwaͤhlten Vormund, noch auch maͤnnliche aufſtei⸗ gende Verwandten hat;
2tens, wenn zwar eine Perſon, die eine der eben jetzt angefuͤhrten Eigenſchaften hat, vorhanden iſt, die⸗
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