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Gesetzbuch Napoleons oder Das in den Königl. Preussischen Rhein-Provinzen geltende bürgerliche Recht / uebersetzt von dem Justizrath P. F. Cremer, Advocat-Anwalt bei dem Königl. Landgerichte zu Düsseldorf
Entstehung
Seite
89
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327. Hat wegen Unterſchlagung des Standes eine peinliche Klage*) Statt: ſo kann dieſe Klage nicht an⸗ fangen, als nachdem uͤber den Streit wegen des Standes ein Endurtheil ergangen iſt.

328. In Hinſicht auf das Kind iſt die Klage, die einen Standesanſpruch zum Gegenſtande hat, unverjaͤhrbar.

329. Iſt das Kind ſelbſt nicht eingekommen, ſo koͤn⸗ nen die Erben die Klage nicht anheben, als in ſo weitk das Kind waͤhrend ſeiner Minderjaͤhrigkeit geſtorben iſt, oder in ſo weit ſie dieſelbe in den erſten fuͤnf Jahren nach ſeiner Großjaͤhrigkeit anheben.

330. Hat das Kind dieſe Klage wirklich angehoben, ſo koͤnnen die Erben ſie fortſetzen, es ſey denn, daß es foͤrmlich davon abgeſtanden, oder erklaͤrt habe, ſie nicht fortſetzen zu wollen, oder daß es, von der letzten Hand⸗ lung des Prozeſſes angerechnet, drei Jahre verſtreichen laſſen, ohne die Sache zu verfolgen.

Drittes Capitel.

Von unehelichen Kindern.

Erſter Abſechnit t. Von der Legitimation**) unehelicher Kinder.

Art. 331. Die aus unehelichem Beiſchlafe erzeugten Kinder koͤnnen die Rechte ehelicher Kinder erlangen***) durch die nachfolgende Verheirathung ihrer Eltern, wenn dieſe Eltern ſie beiderſeitig vor der Trauung anerkannt haben, oder wenn ſie ſie in der Trauungsacte ſelbſt noch anerkennen. Ausgenommen von dieſer Verfuͤgung ſind die aus Blutſchande oder Ehebruch gezeugten Kinder.

*) Das heißt eine Klage oder ein Prozeß der vor die peinlichen Gerichte, oder vor die Criminalgerichte, gehoͤrt, und deſſen Zweck die Verurtheilung des Schuldigen zu einer entehrenden Strafe iſt..

**) Legitimation iſt in Hinſicht auf uneheliche Kinder diejenige Handlung, wodurch ſie die Rechte der ehelichen Geburt erlan⸗ gen. 3

***) Legitimirt werben.