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4 verheirathet ſeyn; die Ehe mußte nicht laͤnger als zwanzig Jah⸗ 8 re beſtanden haben; die Frau mußte weniger als fuͤnfundvier⸗ zig Jahre alt ſeyn; die beiderſeitige Einwilligung muß im Laufe 4 des Jahrs viermal ausgedruͤckt worden ſeyn, und zwar
nach Vorhergehung alles deſſen, was hieroben vorgeſchrie⸗ ben iſt, und mit Beobachtung aller Feierlichkeiten, welche der gegenwaͤrtige Titel erfodert, und insbeſondere mit Ermaͤchtignng der Eltern der Eheleute, oder mit Ermaͤch⸗ tigung ihrer ſonſtigen aufſteigenden Verwandten, im Fall die Eltern vorgeſtorben waren; endlich muß der Beweis aller jetzt angefuͤhrten Umſtaͤnde ſich in den Schriften fin⸗ den, die dem Staats⸗Proknrator zugeſtellt worden ſind.
290. Nach erſtattetem Bericht iſt das Tribunal nicht befugt, das Daſeyn und die Richtigkeit anderer Gegenſtaͤn⸗ de zu unterſuchen, als diejenigen ſind, die der vorherge⸗ hende Artikel anfuͤhrt. Geht daraus nach der Meinung des Gerichts hervor, daß die Betheiligten die Bedingun⸗ gen erfuͤllt, und die Feierlichkeiten beobachtet haben, wel⸗ che das Geſetz beſtimmt: ſo laͤßt es die Eheſcheidung zu und verweißt die Betheiligten vor den Beamten des Ci⸗ vilſtandes, um ſie ausſprechen zu laſſen. Iſt das Gericht aber dieſer Meinung nicht, ſo erklaͤrt es, daß es die Ehe⸗
ſcheidung nicht zulaſſen koͤnne, und entwickelt die Gruͤnde ſeiner Entſcheidung.
291. Gegen ein Urtheil, das erklaͤrt, die Eheſchei⸗ dung koͤnne nicht zugelaſſen werden, hat die Berufung* 3 Statt. Aber die Berufung kann nicht angenommen wer⸗ 5 den, als in ſo weit ſie von beiden Theilen, und dennoch 9s durch ganz verſchiedene Acten, geſchieht. Sie wird eben⸗ 34 falls nicht angenommen, als in ſo weit ſie in den zehn r-
Tagen fruͤheſtens, und in den zwanzig Tagen vom Tage des Urtheils erſter Inſtanz laͤngſtens eingelegt wird.
292. Die Acte, wodurch die Berufung geſchieht, wird wechſelſeitig von einem Ehegenoſſen dem andern inſinuirt; ſie wird ebenfalls dem Staats⸗Procurator beim Gericht
erſter Inſtanz inſinuirt.
— *) Appellation⸗
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