uͤberdies noch bei der Munieipalitaͤt des letzten Wohnorts geſchehen.—
168. Wenn beide Theile, welche ſich ehelich verbinden wollen, oder auch einer von beiden, ſo weit unter der Ge⸗ walt oder Aufſicht eines andern ſtehen, daß ſie zur Hei— rath die Einwilligung deſſelben noͤthig haben, ſo geſchehen die Aufgebote ebenfalls bei der Munieipalitaͤt des Ortes, wo derjenige wohnhaft iſt, unter deſſen Gewalt ſie ſtehen.
169. Der Kaiſer kann aus wichtigen Gruͤnden das zweite Aufgebot erlaſſen*). Er kann dieſe Gewalt auch einem andern uͤbertragen**).
170. Franzoſen koͤnnen im Auslande unter ſich eine Ehe ſchließen, ſie koͤnnen auch im Auslande mit einem Auslaͤnder eine Ehe ſchließen; in beiden Faͤllen iſt die Ehe guͤltig, wenn bei ihrer Schließaung die Feierlichkeiten oder Formen beobachtet worden, die in jenem Lande uͤblich ſind; vorausgeſetzt jedoch, daß die im Art. 63(Cap. 3 des Titels von den Acten des Civilſtandes,) verordneten Auf⸗ gebote vorhergegangen ſind, und der Franzoſe jene Ver⸗ fuͤgungen befolgt hat, die das vorſtende Capitel enthaͤlt.
171. In den erſten drei Monaten nach der Ruͤckkehr des Franzoſen in ſein Vaterland, muß er die Aete, welche uͤber die Trauung iſt abgefaßt worden, in das oͤffentliche Regiſter der Heirathen des Ortes eintragen laſſen, wo er wohnhaft iſt..
Orittes Capite l.
Vom Einſpruch gegen die Heirath.
Art. 172. Das Recht, gegen die Trauung Einſpruch zu thun, ſteht jedem zu, der mit einem von den beiden Theilen, welche den Ehevertrag ſchließen wollen, ſchon verheirathet iſt..
173. Einſpruch koͤnnen ferner thun der Vater, und in Ermangelung des Vaters die Mutter, und falls beide nicht koͤnnen, der Großvater und die Großmutter, wenn
*) Davon diſpenſiren.. 1 **) Dieſe Gewalt iſt gegenwäͤrtig den Staats⸗Prokuratoren bei den Landgerichten uͤbertragen.


