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Die fünf französischen Gesetzbücher : in deutscher Sprache nach den besten Übersetzungen : Nebst den bezüglichen Gesetzen, Dekreten, Staatsrathsgutachten, Ministerialumschreiben, und allen seit 1814 in den Landen des linken Rheinufers und später in dem Rheinkreise ergangenen Gesetzen, Verordnungen und Instruktionen, wodurch die französische Gesetze aufgehoben, abgeändert und erläutert werden
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Handelsgewerbspatent ausgefertigt werden. Hiernach haben die Konigl. Landkommiſſariate, Steu⸗ erkontroll⸗ und Buͤrgermeiſteraͤm⸗ ter ſich in vorkommenden Fallen zu achten, und den Gegenſtand mit aller Sorgfalt in der Art zu behandeln, daß die Abſicht des

Verordnung über das Armenrecht in Civilprozeſſen.

Geſetzgebers möoglichſt erreicht, und dem unbeſcholtenen Handelsmanne keine Veranlaſſung zu gerechten Beſchwerden gegeben werde.

Speier, den 31. Mai 1826.

Koͤnigl. Baier. Regierung des Rheinkreiſes. 9

8) Erlaß

Rheinkriſes vom 6. Dezember 1826.

Im Namen ꝛc.

Es haben ſich Zweifel ergeben, ob und auf welche Weiſe die In⸗ ſtruktion vom 31. Mai l. J.,(In⸗ telligenzblatt Nro. 92.) wodurch das Verfahren geregelt iſt, wel⸗ ches bei Ausſtellung der durch den Art. 7 des Dekrets voen 17. Maͤrz 1808 fuͤr israelitiſche Handelsleute vorgeſchriebenen Patente beobach⸗ tet werden ſoll, auf Juden, die im Auslande wohnen, ihre Anwendung zu finden habe. Zur Erledigung der deßfalls ge⸗ ſtellten Anfrage und Erzielung einer gleichfrmigen Verfahrungs⸗ weiſe, wird in dieſer Hinſicht nach⸗ träͤglich verfuͤgt, wie folgt:

1. Jeder im Auslande wohnende Israelit, der in dem dieſſeitigen

ebiete Handel treiben will, muß mit dem, durch das Dekret vom 17. Maͤrz 1808, vorgeſchriebenen Handelspatente verſehen ſeyn.

2. Zur Erlangung deſſelben ha⸗ ben ſie ſich an das ihrem Wohn⸗ orte zu naͤchſt liegende K. Land⸗ kommiſſariat, in deſſen Sprengel

der Koöͤnigl. Baieriſchen Regierun

ſie hauptſaͤchlich Handelsgeſchaͤfte zu betreiben gedenken, zu wenden. .3. Die deßfallſigen Geſuche muſ⸗ ſen mit denjenigen Zeugniſſen

ihrer vorgeſetzten Landesbehörden

belegt ſeyn, welche der Art. jenes Nekrets fordert. 7 . Für den nachgewieſenen Fall

daß jedoch in den Beſen d in welchem ſie wohnen, kein juͤdiſches Konſiſtorium beſteht, ſie demnach auſſer Stande ſind, das vorge⸗ ſchriebene Konſiſtorialzeugniß bei⸗ zubringen, ſoll davon Umgang ge⸗ nommen werden. 5. Die beizubringenden Mora⸗ litaͤtszeugniſſe ſind von den be⸗ treffenden Landkommiſſariaten den K. Friedensrichtern ihres Amtsbe⸗ zirks mitzutheilen, um nach den Umſtaͤnden den Inhalt derſelben

zu beſtaͤtigen oder zu berichten.

6. Das durch die Inſtruktion vom 31. Mai l. J. vorgeſchriebene Verſahren iſt im üͤbrigen zu beob⸗ achten.

K. B. Regierung des Rheinkreiſes. Kammer des Innern.

V. Verordnung über das Armenrecht in Civilprozeſſen.

Da der bei den Civilprozeſſen durch die beſtehenden Formen ver⸗ urſachte Koſtenaufwand es bisher den Armen beinahe unmoglich machte, ihr Recht vor Gericht ge⸗ hoͤrig zu ſuchen oder zu verthei⸗ digen, ſo wird, um die Armen

des ihnen gebuͤhrenden Schutzes der Gerichte in gleichem Maße wie die Vermoglichen theilhaftig zu machen, und den gegruͤndeten Klagen uͤber eine weſentliche Luͤcke in der bisherigen Geſetzgebung dieſes Landes abzuhelfen, in An⸗

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