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Die fünf französischen Gesetzbücher : in deutscher Sprache nach den besten Übersetzungen : Nebst den bezüglichen Gesetzen, Dekreten, Staatsrathsgutachten, Ministerialumschreiben, und allen seit 1814 in den Landen des linken Rheinufers und später in dem Rheinkreise ergangenen Gesetzen, Verordnungen und Instruktionen, wodurch die französische Gesetze aufgehoben, abgeändert und erläutert werden
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Die Forderungen der Juden betreffend. 23

7) Erlaß der K. Baier. Regierung des Rheinkreiſes vom 31. Mai 1826.

Im Namen ꝛc.

Das allerhoͤchſte Dekret vom 6. April 1818, Amtsblatt Nro. 13. befiehlt, daß das franzoͤſiſche De⸗ kret vom 17. Marz 1808 im Rhein⸗ kreiſe in ſo lange bis uͤber die Verhaͤltniſſe der jüdiſchen Glau⸗ bensgenoſſen in dieſem Kreiſe all⸗ gemeine umfaſſende Beſtimmun⸗ gen erlaſſen werden koͤnnen, Ge⸗ ſetzeskraft behalten und in Voll⸗ zug geſetzt werden ſolle. Da aus verſchiedenen anher gelangten Anzeigen und Anfragen hervor zu gehen ſcheint, daß in Anwendung des fraglichen Dekrets, namentlich in Vollziehung des Art. 7. Pa⸗ tente fuͤr die eltreit Juden betreffend, nicht uͤberall nach gleichen Grundſätzen verfah⸗ ren wird, da auch die veraͤn⸗ derten Verhaͤltniſſe einige Modifi⸗ kationen in der Behandlung her⸗ beigefuͤhrt haben; ſo hat man zur Erreichung einer gleichfoͤrmigen Verfahrungsweiſe, in ſo weit die⸗ ſer Gegenſtand die Verwaltungs⸗ behoͤrden berührt, folgendes zu verfuͤgen fuͤr noͤthig erachtet. 1) Der Art. 7. des Dekrets vom 17. März 1808 beſtimmt, daß kuͤnf⸗ tighin jeder handeltreibende Jude mit einem Patent des Praͤfekten verſehen ſeyn müſſe, und ein ſol⸗ ches nur a. auf das Zeugniß des Gemeinderaths ſeines Wohnorts, enthaltend daß derſelbe weder Wucher noch ſonſt ein unerlaub⸗ tes Gewerbe treibe; und b. auf ein Moealitaͤtszeugniß des Konſi⸗ ſtoriums ſeiner Synagoge, ertheilt werden ſolle. 2) Die Verord⸗ nung der K. K. Oeſterreichiſchen und K. Baieriſchen gemeinſchaft⸗ lichen Landesadminiſtration vom 24. Januar 1815(Amtsblatt Nro. 70) erhalt im weſentlichen die Be⸗

Limmungen dieſes Dekretes auf⸗ echt und modiſizirt, nach den

handeltreibenden

veraͤnderten Verhaͤltniſſen, dießForm dahin: daß die, nach dem Dekret durch die Praͤfekten auszuſtellen⸗ den Patentſcheine, kuͤnftigbin von den einſchlaͤglichen Kreisdirektio⸗ nen ertheilt werden ſollen, welche Kompetenzzutheilung, durch die allerhöchſte Verordnung vom 17. Juli 1818, die Einführung der andkommiſſariate betr.(Amts⸗ blatt Nro. 6.) auf dieſe uberge⸗ gangen iſt. 3) Da ein judiſches Konſiſtorium in dem Rheinkreiſe nicht beſteht, ſohin die Handeltrei⸗ benden Juden auſſer Stande ſind, das durch das fragliche Dekret und die allegirte Verordnung an⸗ erforderte Konſiſtorialzeugniße bei⸗ ubringen, ſo ſind die Koͤnigliche riedensrichter dagegen durch ein Umſchreiben des Koͤniglichen Ap⸗ pellationsgerichtspraͤſidenten vom 23. Dezember 1817 angewieſen wor⸗ den, den Zeugniſſen der Gemeinde⸗ raͤthe das ihrige beizufuͤgen. 4) Auf die Zeugniſſe der betreffenden Ge⸗ meinderaͤthe und der benannten gerichtlichen Beamten, um welche die Juden, die irgend einen Han⸗ del betreiben wollen, ſich in Zeiten bewerben muͤſſen, haben die Koͤnig⸗ lichen Landkommiſſariate die durch den Art. 7. des Dekrets vom 17. Mäaͤrz 1808 anerforderten Patent⸗ ſcheine in der durch die allegirte Verordnung vorgeſchriebenen Form auszuſtellen, oder ſolche nach den Umſtaͤnden auf den Grund derſel⸗ ben zu verweigern. 5) Kein Jude darf künftighin und von dem naͤchſten Etatsjahre anfangend ohne vorgaͤngige Beibringung eines von dem einſchlaͤgigen Koͤniglichen Landkommiſſariate alſo ertheilten Patentſcheines in das durch den §. 21 des Fewerbſtenergeſegen vom 14. April 1820 vorgeſchriebene Regiſter aufgenommen, noch ihm unter irgend einem Vorwande von ſeinem Ortsvorſtande ein