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Die Forderungen der Juden betreffend.
diejenigen dieſer Urtheile und Ratifikationen, die durch rechts⸗ kraͤftig gewordene Urtheile der gewoͤhnlichen Gerichte beſtaͤtiget worden ſind, ihre volle Wirkung. — Gegenwaͤrtige Verordnung ſoll durch das Amtsblatt zur allgemei⸗
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nen Kenntniß gebracht werden, um den Parteien und den betreffenden Behoͤrden zur Richtſchnur zu dienen. Worms, den 1. Auguſt 1815. Die K. K. oſter. und K. baier. gemeinſchaftliche Landesadmini⸗ ſtration.
4) Verordnung, die naͤhere Beſtimmungen des De⸗ krets vom 17. März 1808, die Schuldenſachen der
Juden betreffend.
Durch die Verordnung vom 1. Auguſt 1815 ſollte die Handha⸗ hung des Sinnes und der Abſicht des Dekrets vom 17. Maͤrz 1808 bezweckt, und vor der Hand den haͤufigen Umgehungen jenes De⸗ krets, die man durch ſogenannte ſchiedsrichterliche Urtheile und durch Ratifikationsakten zu bewirken ſuchte, vorgebeugt werden.— Um edoch die Anſtaͤnde, welche durch 5 Allgemeinheit der in dieſer Verordnung enthaltenen Verfu⸗ gungen veranlaßt werden koͤnnten, zu beſeitigen, hat die Landensad⸗ miniſtration ſich dewogen gefun⸗ den, folgende naͤhere Beſtimmun⸗ gen desfalls bekannt zu machen:
1. Die Verfuͤgungen der Ver⸗ ordnung vom 1. Auguſt 1815 bleiben in ihrer Kraft, jedoch un⸗ ter den in den naͤchſtfolgenden Artikeln angegebenen Modifika⸗ tionen.
2. Die ſeit der Bekanntmachung des Dekretes vom 17. Maͤrz 1808 bis zur Bekanntmachung der Ver⸗ ordnung vom 1. Auguſt 1815 zu Gunſten der Juden gegen Chri⸗ ſten, die nicht Handelsleute ſind,
efaͤllten ſchiedsrichterlichen Urtheile end nur dann der Verfuͤgung des Art. 4A jenes Dekretes unter⸗ worfen, wenn daraus hervorgeht, daß zwiſchen den Partien kein ei⸗ dentücher Rechtsſtreit(Contesta- cion) vorlag, ſondern der Schuld⸗ ner blos die eingeklagte ganze For⸗ derung anerkannt, oder nur Zah⸗
lungsfriſt nachgeſucht hatte.— Dieſe Urtheile ſowohl, als alle ene, die ſeit der Bekanntmachung er letzten Verordnung vom 1. Auguſt 1815 gefaͤllt wurden, oder nach gefaͤllt werden, koͤnnen uͤber⸗ dies keine Hypotheken begrunden, eben ſo wenig als alle und h Ratifikationsakten und Anerken⸗ nungen von fruͤhern im Art. 4 des Dekrets vom 17. Marz 1808 erwaͤhnten Schuldſcheinen, mit Ausnahme jedoch der Eingeſtaͤnd⸗ niſſe und Anmerkungen, die vor den gewoͤhnlichen Gerichten Statt hatten, oder noch Statt haben werden, als welche in jedem Falle ihre rechtliche Wirkung behalten.
3. Hingegen ſind diejenigen in der orslanen Epoche zwiſchen dem Dekret vom 17. Maͤrz 1808 und der Verordnung vom 1. Au⸗ guſt 1815 gefaͤllten ſchiedsrichterli⸗ chen Urtheile, bei welchen eine wirkliche Konteſtation zu Grunde lag, ſo wie alle jene, die vor der Bekanntmachung des Dekrets vom 17. Maͤrz 1808 gefaͤllt worden waren, keiner andern Einrede un⸗ terworfen, als welche das Geſetz im Allgemeinen gegen ſchiedsrichter⸗ liche lirtheile geſtattet.— Gegen⸗ waͤrtige Verordnung wird durch das Amtsblatt zur allgemeinen Kenntniß gebracht.
Worms, den 13. Januar 1816. Die K. K. öſter. und K. baier. gemeinſchaftliche Landesadmini⸗ ſtration.


