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r Th. 15 B. Vom Verfahren bey den Friedensgerichten. 27
. Fodert der Gegenſtand der Beſichtigung oder der Tapation beſondere, dem Richter nicht beywohnende Kenntniſſe: ſo verordnet der Richter, daß Kunſtverſtändige, die er in dem⸗ ſelben Beſcheide ernennt, mit ihm der Beſichtigung beywoh⸗ nen und ihr Gutachten erſtatten ſollen. Er kann an dem Orte ſelbſt auf der Stelle entſcheiden. In Sachen, welche der Appellation unterworfen ſind, wird von dem Gerichtsſchreiber uͤber die Beſi chtigung ein Protocoll gefertigt, welches beurkun⸗ det, daß die Kunſtverſtaͤndigen den Eid abgelegt haben. Das Protocoll wird vom Richter, vom Gerichtsſchreiber und von den Kunſtverſtändigen unterzeichnet, und wenn die Kunſtver⸗ ſtaͤndigen im Schreiben unerfahren, oder ſonſt dazu unfaͤhig ſind: ſo wird dieß angemerkt.(*)
43. In Sachen, welche der Appellation nicht unterwor⸗ fen ſind, wird kein Protocoll angenommen; aber die Namen der Kunſtverſtändigen, deren Vereidung und das Reſultat 6 Gutachtens muͤſſen im Beſcheide angegeben ſeyn.(2)
Neunter Litel. Von der Ablehnung*) des Friedensrichters.
44. Man kann den Friedensrichter ablehnen,) wenn er beym Rechtsſtreite fur ſeine Perſon intereſſirt iſt; 2) wenn er mit einem der ſtreitenden Theile bis mit Einſchluß des Grades der Geſchwiſterkinder verwandt oder verſchwaͤgert iſt; 3) wenn in dem vor der Ablehnung zunaͤchſt vorhergegangenen Jahre zwiſchen ihm und einem der ſtreitenden Theile oder deſſen Ehegatten, oder Verwandten und Verſchwäͤgerten in gerader Linie, ein Criminalproceß Statt gefunden hat; 4) wenn zwi⸗ ſchen ihm und einem der ſtreitenden Theile, oder deſſen Ehe⸗
(1) Geſetz v. 14. u. 18. Oct. 1790. Tit. V. Art. 2. (2) Ebendaſ. Art. IV.
*) S. Delaporte unter: Récusation. E.


