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Ueber den Code Napoleon und dessen Einführung in Deutschland / Von August Wilhelm Rehberg, Königlich Grossbrittanischen Hofrathe und Mitgliede der Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen
Entstehung
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90 waͤre mit jeder Einfuͤhrung eines neuen Geſetzbu⸗ ches, welches in weſentlichen Beſtimmungen von dem geltenden Rechte abweicht, unvermeidlich ver⸗ bunden. Bloß in dem Uebergange von einem zum andern, erkauft man die Vorzuͤge eines beſſern Zuſtandes, ſelbſt des beſten, ſehr theuer.

Wenn der Code Napoleon an ſich ſelbſt ein ſolches beſſeres Recht enthielte, ſo wuͤrde daſ⸗ ſelbe doch allemal aus einem uns fremden Zuſtande hervorgegangen ſeyn: und wie koͤnnte man da erwar⸗ ten, daß es aufden unſrigen eben ſo wohl anwend⸗ bar ſeyn werde, als auf ſein Vaterland? Montes⸗ quieu, den die verſtändigſten unter den Franzoſen noch jetzt als eine Quelle geſetzgeberiſcher Weisheit verehren, ſagt im 3ten Cap. ſeines erſten Buchs: c'est un très-grand hazard, si les lois d'une nation penvent convenir à une autre. Ein Ausſpruch, der in den Debatten uͤber den Code Napoleon ſelbſt mehr als einmal angefuͤhrt iſt: der aber gleich vergeſſen wird, ſobald von der Anwendung franzöſiſcher Geſetze auf andre Voͤlker die Re⸗ de iſt.