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ausgegeben wird. Eben ſo wie es mit dem Ju⸗ ſtinianeiſchen Rechte geſchehen, könne auch Napo⸗ leons Geſetzbuch eingefuͤhrt werden, ohne die in⸗ nern politiſchen Verhaͤltniſſe der Unterthanen zu einander aufzuheben, und ohne den oͤffentlichen Zuſtand derſelben, das Staatsrecht, die Verwal⸗ tung der gemeinen Angelegenheiten, ja ſogar oh⸗ ne die Gerichtsverfaſſung und die Rechtspflege, zu aͤndern.
Die deutſchen Rechtsgelehrten haben zum Theile den Code Napoleon fuͤr einen reinen Aus⸗ druck alles deſſen angeſehen, was das Geſetz der Vernunft uͤber die buͤrgerlichen Verhältniſſe der Menſchen vorſchreibt. Sie behaupten: dieſes ſey in ihm ganz frey von allem Fremdartigen, das durch religiöſe Vorurtheile und durch die Uſurpa⸗ tionen verfloſſener Jahrhunderte beygemiſcht wor⸗ den, enthalten; und deswegen ſey er geſchickt, allen Voͤlkern und allen Zeiten zum Vorbilde ei⸗ ner unabänderlichen, wo nicht gar vollſtändigen Legislation zu dienen*).
*) Man lieſet zum Beiſpiele in der Zeitſchrift, der rheiniſche Bund, Heft 62. S. 189 Folgendes: 1*


