Druckschrift 
Napoleons Gesetzbuch
Entstehung
Seite
454
Einzelbild herunterladen

454 Anhang. VI.

Auszug aus dem koͤniglichen Decret

Vom 6ten Februar 1808, Welches Verfuͤgungen uͤber die Jagd enthaͤlt.)

Wir Hieronymus Napoleon, von Gottes Gnaden und durch die Conſtitutionen Koͤnig von Weſtphalen, franzoͤſiſcher Prinz, ꝛc. ꝛc.

Haben, auf den Bericht Unſers Miniſters des Juſtiz⸗ weſens und der innern Angelegenheiten, und nach Anhoͤ⸗ rung Unſers Staatsrathes,

Verordnet und verordnen, wie folgt:

Art. 1. Es darf Niemand jagen, welcher nicht einen Er⸗ laubnißſchein hat, Waffen fuͤhren zu duͤrfen. Dieſer Erlaub⸗ nißſchein wird von dem Praͤfecten oder Unter⸗ Präfecten in ſeinem Diſtricte einem jeden ertheilt, welchem die Jagdge⸗ rechtigkeit zuſteht.

Art. 2. Das Verbot zu jagen hindert jedoch den Land⸗ eigenthümer oder Pachter nicht, diejenigen Thiere zu toͤdten, welche er uͤber Verwuͤſtung ſeines Eigenthums oder Be⸗ ſchaͤdigung ſeiner Ernte betrifft; nur darf er ſich dazu keines Feuergewehres bedienen.

Art. 3. Jeder Eigenthuͤmer, welcher einen Erlaubniß⸗ ſchein, Waffen zu fuͤhren, hat, iſt berechtigt, mit Beobach⸗ tung der in den Geſetzen und Verordnungen daruͤber enthal⸗ tenen Vorſchriften, auf ſeinem Grunde und Boden, und demjenigen, woruͤber ihm die Gutsherrſchaft zuſteht, zu jagen. Auf fremdem Grunde und Boden kann er nur mit Erlaubniß des Eigenthuͤmers, oder wenn und in ſo weit er dazu ein Recht erworben hat, jagen.

Art. 4. Auf Unſern Domaͤnen, in Unſern Waldungen