*
16 I. Buch. 2. Litel. 3. Cap.
in der Heiraths-Urkunde Erwaͤhnung geſchehen; und wenn die Aufgebote in mehreren Gemeinden ergangen ſind, ſo ſollen die Intereſſenten von dem Beamten des Perſonen⸗ ſtandes einer jeden Gemeinde ein Zeugniß beybringen, wo⸗ durch ſie beſcheinigen, daß kein Einſpruch eingelegt worden ſey.
70. Der Beamte des Perſonenſtandes ſoll ſich die Ge⸗ burts⸗Urkunde eines jeden der kuͤnftigen Ehegatten vorzeigen laſſen. Der Ehegatte, welchem es etwa unmoͤglich ſeyn moͤchte, ſich dieſelbe zu verſchaffen, kann ſie dadurch er⸗ ſetzen, daß er eine Notorietaͤts-Urkunde(Zeugniß der Kundbarkeit) von dem Friedensrichter ſeines Geburts⸗ oder Wohnortes beybringt.
71. Eine ſolche Notorietaͤts-Urkunde muß eine von ſie⸗ ben Zeugen, ſie moͤgen mannlichen oder weiblichen Ge⸗ ſchlechts, verwandt oder nicht verwandt ſeyn, geſchehen⸗ Erklaͤrung uͤber die Vornamen, den Geſchlechtsnamen, das Gewerbe und den Wohnort des kuͤnftigen Ehegatten, und ſeiner Eltern, wenn dieſe bekannt ſind, ſodann den Ort, und, ſo viel moͤglich, den Zeitpunkt ſeiner Geburt, und die Urſachen enthalten, welche die Vorlegung der Geburts⸗ Urkunde ſelbſt verhindern. Die Zeugen muͤſſen, nebſt dem Friedensrichter, die Notorietaͤts- Urkunde unterſchreiben, und wenn ſich unter ihnen ſolche befinden, die zu unter⸗ ſchreiben nicht verſtehen, oder dazu außer Stande ſind, ſo muß auch dieſes angemerkt werden.
72. Die Notorietaͤts-Urkunde muß dem Gerichte der erſten Inſtanz des Ortes, wo die Heirath vor ſich gehen ſoll, vorgelegt werden. Das Gericht gibt oder verſagt hierauf, nach Anhoͤrung des koͤniglichen Procurators, ſeine Beſtaͤ⸗ tigung, je nachdem es die Erklärung der Zeugen und die Gruͤnde, wegen deren man die Geburts-Urkunde nicht bey⸗ bringen kann, zureichend finden wird, oder nicht.
73. Der glaubhafte Aufſatz, welcher die Einwilligung der Eltern oder Großeltern, oder, in deren Ermangelung, die der Familie enthaͤlt, muß die Vornamen, die Geſchlechts⸗ namen, das Gewerbe und den Wohnort des kuͤnftigen Ehe⸗


