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Napoleons Gesetzbuch
Entstehung
Seite
12
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noch zuſtehenden Entſchaͤdigungs⸗ Anſpruches gegen die Urheber ſolcher Verfaͤlſchungen.

52. Jede Veraͤnderung oder Verfaͤlſchung in den Ur⸗ kunden des Perſonenſtandes, jede Einſchreibung dieſer Ur⸗ kunden, die auf ein fliegendes Blatt, und anders wohin, als in die dazu beſtimmten Regiſter, geſchehen iſt, gibt den In⸗ tereſſenten ein Recht auf vollſtaͤndige Schadloshaltung, mit Vorbehalt der in den peinlichen Geſetzen beſtimmten Strafen.

53. Der koͤnigliche Procurator bey dem Gerichte der er⸗ ſten Inſtanz iſt verbunden, den Zuſtand der Regiſter zu der Zeit, wo ſie bey dem Secretariat niedergelegt werden, zu unterſuchen. Ueber dieſe Unterſuchung muß er ein kurzge⸗ faßtes Protocoll aufnehmen, jede Uebertretung und jedes Vergehen, das von den Beamten des Perſonenſtandes be⸗ gangen ſeyn mag, anzeigen, und auf die Verurtheilung zu Geldbußen wider ſie antragen.

54. In allen Faͤllen, wo ein Gericht der erſten Inſtanz uͤber urkunden, die auf den Perſonenſtand Bezug haben, urtheilt, koͤnnen die Intereſſenten wider den Ausſpruch weitere Rechtsmittel ergreifen.

Zweytes Capitel. Von den Geburts⸗Urkunden.

55. Jede Geburt ſoll binnen den erſten drey Tagen nach der Niederkunft dem Orts⸗Beamten des Perſonenſtan⸗ des gemeldet, und das Kind ihm vorgezeigt werden.

56. Die Geburt des Kindes muß von dem Vater, oder, in deſſen Ermangelung, von den Doctoren der Arzney⸗ oder Wundarzneykunde, und ſonſtigen Aerzten, desgleichen von den Hebammen, oder andern Perſonen, die bey der Geburt zugegen geweſen ſind, und, wenn die Mutter außer ihrem Wohnorte niedergekommen iſt, von der Perſon, bey welcher dies geſchah, angezeigt werden.

Die Geburts-Urkunde ſoll ſogleich in Gegenwart zweyer Zeugen aufgenommen werden.

37. Die Geburts⸗Urkunde muß den Tag, die Stunde