Teil eines Werkes 
Erste Abtheilung, Privatrecht : Zweiter Theil (1809)
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Ereigniß; aber das Uebel liegt nicht ſowohl in dem Akt der Scheidung, als in den Auftritten des innern Zwiſtes, wel⸗ che ihn nothwendig gemacht haben. Wenigſtens bleibt den geſchiedenen Ehegatten die Hoffnung, diejenige Achtung fuͤr ihre Perſonen zu erzwingen, welche eine neue Verbindung rechtfertigen kann, und die Eindruͤcke ihrer erſten Ehe durch eine gluͤcklichere auszulöſchen. Vielleicht iſt dieſer Fall der glucklichſte, der ſich fuͤr die Kinder ereignen kann; wenigſtens wird ſich die natuͤrliche Zuneigung leichter in die Reinheit einer geſetlichen Verbindung als in den Ausſchweifungen unerlaubter Laſter erhalten, die ſo ſchwer zu vermeiden ſind, wenn man alle Anſpruͤche auf die Ehe verlohren hat. Das wahre Intereſſe der Kinder beſteht darin, die Urheber ihrer Tage gluͤcklich und achtungswerth zu ſehn, nicht aber traurig, iſolirt, verlaſſen, oder durch Genuͤſſe entſchaͤdiget, welche nie ohne Bitterkeit ſind, weil immer die Reue ſie begleitet.

5) Die Sitten und Gebräuche der Nation, die Stimmung der

Zeit, der Vortheil des Staats, dies ſind die Gruͤnde, die bei der Beantwortung jener Frage einzig in Anſchlag gebracht wer⸗ den konnen. Die Eheſcheidung wuͤrde bei einem einfachen Volke, deſſen weniger ſinnliche Verfeinerung fuͤr das Gluͤck der Ehe, und folglich fur ihre Dauer, nichts befurchten laſſen, zugleich unnuͤtz und gefaͤhrlich ſein. Bei einem Volke, deſſen verdor⸗ bene Sitten die Verletzungen der ehelichen Treue und die un⸗ zähligen Unordnungen, welche die nothwendigen Folgen davon ſind, begunſtigen, bei welchem Heftigkeit der Leidenſchaften und die Ausſchweifungen zuͤgelloſer Begierden das Gluͤck der Gattelr und der Kinder gefaͤhrden, duͤrfte ſie ſchwer zu ent⸗ behren ſeyn. Inkonſequent waͤre ſie bei einem Volke, das ſich zu einem einzigen Kultus bekennen wuͤrde, der die Un⸗