Zweyter Anhang zut Geſetzbuche Napoleons. 675
nen, welche ohne rechtmäßige Erben ſterben oder deren Nachlaſſen⸗ ſchaft nicht in Beſitz genommen wird, dem Staate zugehören;
Nach Einſicht des 768. Artikels des Geſetzbuches Napoleons, welcher ſo lautet,
„Hinterläßt der Verſtorbene keinen Ehegatten, ſo gehört die „ Erbſchaft dem Staate;«
Nach Einſicht der Bemerkungen und Denkſchriften der Domai⸗ nen⸗Verwaltung ſowohl als der Verwaltung der Civil⸗Spitaͤler von Paris;
In Erwägung, daß die Rechte des Staats auf die ihm anheim⸗ gefallenen Nachlaſſenſchaften zu jeder Zeit anerkannt worden ſind, und daß das Geſetz vom 1. December 1790 und das Geſetzbuch Napoleons dieſen unbeſtreitbaren Grundſatz nur beſtätiget haben;
Daß deſſen ungeachtet die oben erwaͤhnten Edicte und offenen Briefe zu Gunſten der Spitaͤler eine Ausnahme wegen der Effeeten aufgeſtellt haben, welche von den in dieſen Anſtalten verſtorbenen Kranken dahin gebracht worden ſind;
Daß dieſer Vortheil jederzeit als eine kleine Entſchädigung für die von den Kranken verurſachten Koſten betrachtet worden iſt;
Iſt der Meinung,
1) Daß die Mobiliar⸗Effecten, welche Kranke in die Spitaͤler gebracht haben, und die darin unentgeldlich behandelt worden ſind, gedachten Spitälern mit Ausſchließung der Erben und der Domai⸗ nen, wenn keine Erben vorhanden ſtud, gehören muͤſſen;
a) Daß in Betreff der Kranken und Geſunden, deren Behand⸗ lung und unterhalt auf irgend eine Weiſe bezahlt worden iſt, die Erben und Legatarien ihre Rechte auf alle von gedachten Kranken oder Geſunden in die Spitäler gebrachten Effecten ausuͤben koͤnnen; und daß im Falle keine Erben vorhanden ſind, dieſelben Effecten zum Nachtheile der Domainen den Spitälern zugehoͤren müſſen;
3) Daß in Anſehung der in den Spitälern verſtorbenen Mili⸗ tair Perſonen nichts abzuändern iſt;
4) Daß gegenwaͤrtiges Gutachten in das Geſetz⸗Bulletin einge⸗ rückt werden muß.


