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Gesetzbuch Napoleons / nach dem officiellen Texte übersetzt von Daniels, Substituten des kaiserlichen General-Procurators bey dem Cassations-Hofe in Paris
Entstehung
Seite
12
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12 I. Buch. 1. Tit. Von dem Genuſſe und dem Verluſte der Civil⸗Rechte.

wird in den Beſitz ſeiner Guͤter wieder eingeſetzt und aufs neue gerichtet, und wenn er durch dieſen neuen Gerichtsſpruch zu derſelben, oder auch zu einer andern Strafe, die gleich⸗ falls den bürgerlichen Tod nach ſich zieht, verurtheilt wird, ſo hat dieſer nur von dem Tage an Statt, an welchem das zweyte Urthfil vollſtreckt worden iſt.

30. Wird derjenige, der in contumaciam verurtheilt war, und ſich entweder nicht geſtellt hatte, oder erſt nach fuͤnf Jahren in Verhaft genommen worden iſt, durch das neue Urtheil los⸗ geſprochen, oder nur zu einer Strafe verurtheilt, die den bür⸗ gerlichen Tod nicht nach ſich zieht, ſo tritt er fuͤr die Zukunft und von dem Tage an, da er wieder bey Gerichte erſchienen iſt, in den vollen Genuß ſeiner Civil⸗Rechte wieder ein; aber das erſte Urtheil behält fuͤr das Vergangene die Wirkungen, welche in der Zwiſchenzeit, die nach Ablauf der fuͤnf Jahre bis zum Tage ſeiner Erſcheinung vor Gerichte, verſtrichen iſt, der bürgerliche Tod nach ſich gezogen hatte.

31. Stirbt derjenige, der in contumaciam verurtheilt war, in der Gnadenzeit von fuͤnf Jahren, ohne ſich geſtellt zu haben, oder ergriffen und in Verhaft genommen worden zu ſeyn, ſo wird er ſo angeſehen, als ſey er im unwverletzten Zuſtande ſeiner Rechte geſtorben. Das Contumacial-⸗Urtheil wird hiedurch kraft des Geſetzes vernichtet. Der Klage des beſchädigten Theils geſchieht gleichwohl dadurch kein Ab⸗ bruch; ſie kann aber wider die Erben des Verurtheilten nux durch einen Civil⸗Prozeß angeſtellt werden.

32. In keinem Falle ſetzt die Verjährung der Strafe den Verurtheilten fuͤr die Zukunft in ſeine Civil⸗Rechte wieder ein.

33. Die Güter, welche der Verurtheilte erworben hat, ſeitdem er den bürgerlichen Tod ſich zugezogen, und in deren Beſitze er am Tage ſeines natürlichen Todes iſt, fallen dem Staate kraft ſeines Rechts auf erbloſe Guͤter anheim.

Der Kaiſer kann deſſen ungeachtet, zum Vortheile der Wittwe, der Kinder oder der Verwandten des Verurtheilten hierüber ſolche Verfuͤgungen treffen, die ihm die Menſchlich⸗ keit einflöſen wird.