WVom Zeugenberhoͤr. 1
Grade ſie mit den Partheyen verwandt oder verſchwaͤgert, und ob ſie deren Solbner oder Bevienten ſind.(¹)
z6. Wenn vie Parthehen erſcheinen ſo werben die Zeugen in deten Begetturt/ boch ſeder beſonders, abge⸗ hört. Die Pattheyen ſinb ſchaldig, mit gehörig unterzeich⸗ neten Einwendungen gegen die(Perſonen der) Zeugen vor deren Abhörung einzukommen. Sind ſie aber des Schreibens unerfahren, oder ſonſt dazu nicht faͤhig; ſo wird dieſes angemerkt. Hat das Zeugenverhoͤr einmal ſeinen Anfung genommen? ſo koͤnnen keine Einwendungen gegen die Zeugen mehr zugelaſſen werden, ſoweit ſolche nicht durch ſchriftliche Beweiſe gerechtfertigt werden.(2)
37. Die Partheyen duͤrfen die Zeugen nicht unter⸗ brechen. Nach erfolgter Ausſage kann der Richter, anf Anſuchen der Partheyen, ja ſelbſt Amtshalber, den Zeugen Erklaͤrungen abfodern.(ſ. unten Art. 276.)
38. In allen Fällen, wo es zur Verſtaͤndlichkeit der Ausſagen dienen kann, daß ſie den Ort(von welchem die Rede iſt) vor Augen haben; und beſonders in allen Pro⸗ ceſſen uͤber Graͤnzverruͤckungen, Beeintraͤchtigungen an liegenden Grunden, Bäumen, Hecken, Graͤbon oder an⸗ dern Vermachungen und uͤher Storungen des Waſſerlau⸗ fes, begiebt ſich der Friedensrichter, wenn er es fuͤr noͤ⸗ thig erachtet, an Ort und Stelle, und befiehlt, daß die Zeugen daſelbſt abgehört werden ſollen.(2) 6
39. In Sachen, welche der Appellation unterworfen ſind fertigt der Gerichtsſchreiber uͤber die Abhoͤrung der Zeugen ein Protocoll; in dieſem werden ihre Namen, Alter, Gewerbe und Wohnort; ihr eidliches Angeloͤbniß, die Wahrheit zu ſagen; ihre Erklaͤrung, ob ſie Verwandte der Partheyen, ob ſie mit ihnen verſchwaͤgert, ob ſie ihre
() Ordonno! 166). Sit. WErr. Art. 7. Ordonn. Fiunß I. v. 1333. Cap. VII. Art. 14. Ord. de Blois v. J. 1379. Avt. 203.
(4) Ordonnanz v. 1667. Lit. XVII. Art. 91 Lit. XRII. Airt. 13. u. 16. Seſetz v. Oct. 1790. Tit⸗ IV. Art. 3.
6) Geſetz v. 14. u. 18. Det. 1790. Tlt. 1V. gltt.


