Einleitung. vL
Theile der Geſetzgebung die Umſtuͤrzung einer ſeit Jahr⸗ hunderten gangbaren Organiſation bedenklicher ſey, als bey der Gerichtsordnung; daß es uͤberhaupt heilſamer ſey, mit ſteter Hinßcht auf die reinſten Grundſaͤße der Geſetzgebung, das Alte der Vollkommenheit allmaͤhlich zu naͤhern, als mit kuͤhner Hand Alles umzuwerfen, was Gebrauch und Sitte geheiligt haben, was der Nation bekannt und durch vieljaͤhrige Auwendung mit dem gewohnten Geſchaͤftsgange ver⸗ webt und verkettet iſt.
Einer ganz neugeſchaffnen Form hat die Erfah⸗ rung den Stempel der Zweckmaͤßigkeit noch nicht aufge⸗ druͤckt; noch hat man ſie nicht im Gange geſehen. Keine menſchliche Weisheit vermag alle die neuen Uebel zu ahnen, die aus dem neuen, doch auch menſch⸗ lichen, alſo mangelhaften Werke hervorgehen koͤnnen, noch vorauszuſehen, auf welche Art die nie ru⸗ bende erfinderiſche Chikane dem Geſetze beykommen werde. Und wie oft hat nicht die Erfahrung gelehrt, daß die gaͤnzliche Umſchaffung der Formen, ſo glaͤn⸗ zend auch dabey die Erwartungen waren, doch am Ende auf nichts hinauslief, als auf Eintauſchung neuer, bisher unbekannter Mißbraͤuche und Gebrechen gegen alte und bekannte!
Nein, die alte Form, wenn ſie nicht voͤllig zweck⸗ los und unvernuͤnftig iſt, hat ewig vor einer ganz neugeſchaffen Eins voraus die bereits daran bewährte Erfahrung won Jahrhunderten! Der neuen Form kann keine Macht das geben, was die Verbeſ⸗ ſerung der alten erleichtert, und dabey den Geſetzgeber


