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„ Moͤge man machen was man mn wolle, nie wuͤr⸗
„den die poſitiven Geſetze ganz den Gebrauch der
„ geſunden Vernunft in den Begebenheiten des
„Lebens erſetzen. Die Beduͤrfniſſe der Geſell⸗
„ſchaft waͤren ſo verſchieden, die Mittheilung
„unter den Menſchen ſo thaͤtig, ihr Intereſſe ſo „vielfach, und ihre Beziehungen ſo ausgedehnt, „daß es dem Geſetzgeber unmoͤglich ſei, alles „durch geſetzliche Beſtimmungen zu umfaſſen.
„ Selbſt in den Materien, die vorzugsweiſe ſei⸗
„ne Aufmerkſamkeit fixirten, ſei eine Menge „von Details, die ihm entweder entgingen„oder „ zu ſtreitig und zu veraͤnderlich waͤren, um den „Dext eines Geſetzes abgeben zu koͤnnen.—— „— BVei einem noch ſo vollſtaͤndigen Geſetzbuch
„koͤnne es gar nicht fehlen„ daß bald tauſend
„und abermals tauſend Faͤlle dem Richter vor⸗ „kaͤmen, an welche der Geſetzgeber gar nicht ge⸗
„ dacht, auch nicht denken koͤnne.— Eine Men⸗
„ge von Sachen muͤſſe daher dem Herkommen, „der Beurtheilung unterrichteter Maͤnner, und
„ dem Arbitrium des Richters uͤberlaſſen bleiben. »Das Amt des Geſetzgebers ſei, von
„einem hoͤhern Standpunkt aus die „generellen Maximen des Rechts zu „fixiren, und an Folgerungen reiche „Principien aufzuſtellen, nicht aber „ſich in das Detail von Fragen ein⸗ „zulaſſen, welche in jeder Rechtsma⸗ „terie etwa entſtepen koͤnnten. Dem „Richter und dem Rechtsgelehrten muͤſſe es uͤber⸗ „laſſen bleihen, in den Geiſt der Geſetze einzu⸗ „dringen, und die Anwendung in vorkommen⸗
„ den Faͤllen zu leiten, u. ſ. w.“
Man ſieht hieraus, daß ſchon von dem Pre⸗


