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„Das Geſeh vom zoſten Ventoſe XII, durch wet⸗ ches die einzelnen im Code Napoléon begriffenen Geſetze zu einem Buche, zu einem Corpus iuris conſtituirt, und dieſem Buche ſeine Verhaͤltniſſe zu dem bisherigen Rechtszuſtande angewieſen worden ſind, verfuͤgte auch weiter nichts, als daß die roͤmi⸗ ſchen Geſetze, die Ordonanzen, die allgemeinen und
beſondern Local⸗Gewohnheiten, die Statuten und Verordnungen,„in den Materien, welche
der Gegenſtand der Geſetze ſind, wor⸗ aus der Code beſteht,“ keine verbind⸗
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liche Kraft mehr haben ſollen. Außer⸗
dem alſo bleibt das vorige Rechtsgebaͤude in allen ſeinen Theilen unveraͤndert und unerſchuͤttert ſtehen.
Der Aode Napoléon erſcheint wie eine große neue
und ſchoͤne Bauanlage, welche dem laͤngſt geſtande⸗
nen Hauptgebaͤude blos einverleibt worden iſt, und
mit letzterm unter einem Dache ſteht. Daſſelbe
gilt von dem allgemeinen preußiſchen Landrechte, ja
von allen Legislationen der neuern Zeiten. Wenn
daher Deutſchland ſich durch Adoption den Code Napoléon zueignen wollte, ſo wuͤrde daſelbſt das gemeine Recht mit ſeinen Anſtalten des Unterrichts, ſo wie mit ſeiner Literatur, im Ganzen eben ſo ſicher an ſeiner jetzigen Stelle und in ſeiner bisherigen Wirkſamkeit bleiben, als ſolches bei einer Reception des allgemeinen preußiſchen Landrechts der Fall ge⸗ weſen ſeyn wuͤrde. In gewiſſem Betrachte wuͤrde mit dem Code Napoléon ſogar noch weniger, als
mit dem preußiſchen Landrechte, die alte Lage der
Dinge geſtoͤrt werden. Denn in dem Plane der neuern preußiſchen Legislation, wenn er ſeinem gan⸗ zen mfange nach ausgefuͤhrt werden ſoll, liegt auch eine totale Reform der provinziellen und localen Rechte und ihres Verhaͤltniſſes zu den allgemeinen;
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