Teil eines Werkes 
Erstes Stück (1808)
Entstehung
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hen, ſondern alle Buͤrger muͤßten nothwendig einerlei Geſetzen folgen. Allein dieſer Glaube iſt falſch, in ſo fern man ihn zur Beurtheilung der Veraͤnderun⸗

1u mitbringt, welche ſich in dem alten Rechtszuſtande

von Frankreich durch die Revolution ereignet haben. Derſelbe Rechtszuſtand von Frankreich, den wir ſo eben geſchildert haben, blieb auch fortdauernd im Lau⸗ fe der Revolution. Es gingen blos diejenigen Theile des droit commun und particulier unter, die mit der neuen Ordnung der Dinge nicht beſtehen konnten. Bei einem Volke, das aus lauter Republikanern be⸗ ſtehen wollte, mußten natuͤrlich alle Geſetze uͤber die Ungleichheit der Staͤnde mit den letztern ſelbſt, und alle daraus abgeleitete Folgen verſchwinden. Da, wo die Gleichheit eines der erſten Staatsgrundgeſetze iſt, mußten alle ſolche Geſetze außer Kraft geſetzt wer⸗ den, die in andern Staaten darauf abzwecken, durch Fideicommiſſe, Majorate, und andere dergleichen Anordnungen, den Glanz einzelner Familien zu erhoͤ⸗

hen; es mußten auch alle Privilegien wegfallen, und

alle Buͤrger vor dem Geſetze gleich ſeyn. So waren ferner die franzoͤſiſchen Vegriff von Freiheit mit den Lehnsverhaͤltniſſen, den Frohnen, dem Abzuge, und andern laͤſtigen Rechten, unvereinbar. Und endl lich, konnte auch ein Volk, das uͤber das Verhaͤl ltniß des Staates und der Kirche zu einander ſo belehrt war,

als das franzoͤſiſche, die Eingriffe der letztern in die Nechte des erſtern, bei der Ehe und aͤhnlichen Gegen⸗

ſtänden, nicht laͤnger dulden. Alles alſo, was in den Loix und Coutumes mit dieſen Grundſaͤtzen in Wi⸗ derſpruch ſtand, ging unter, dem uͤbrigen that die Re⸗ volution an ſich keinen Abbruch. Es iſt eine hoͤchſt falſche Anſicht der Sache,, wenn man meint, daß in einem Staate, welcher ſich ein und untheilbar nennt, keine particularen Rechte und