1. Buch. II Tit. Von den Acten des Civil⸗Standes. 23
erwecken; ſo darf die Beerdigung nicht eher geſchehen, als nachdem ein Polizey⸗Beamter unter dem Beyſtande eines Doctors der Medicin oder der Chirurgie uͤber den Zuſtand des Leichnams, und uͤber die Umſtaͤnde, welche hierauf Bezug haben, ſo wie uͤber die Erkundigungen, die er uͤber die Vor⸗ nahmen, den Geſchlechts⸗Nahmen, das Alter, Gewerbe, den Geburts⸗ und Wohnort des Verſtorbenen einziehen konnte, einen Verbal⸗Prozeß gefertiget haben wird.
82. Der Polizey⸗Beamte iſt gehalten, dem Beamten des Civil⸗Standes an dem Orte, wo die Perſon verſtorben iſt, ſogleich alle Nachrichten einzuſenden, die in ſeinem Verbal⸗ Prozeſſe enthalten ſind, und nach denſelben iſt der Sterbe⸗Act zu verfaſſen.
Eine Ausfertigung davon ſoll der Beamte des Civil⸗ Standes demjenigen zuſenden, der am Wohnorte des Ver— ſtorbenen dieſe Stelle verſieht, ſo fern der Wohnort bekannt iſt; dieſe Ausfertigung wird den Regiſtern eingetragen.
83. Die Criminal⸗Gerichtsſchreiber ſind gehalten, in den erſten vier und zwanzig Stunden nach der Vollſtreckung der Todesurtheile dem Beamten des Civil⸗Standes des Ortes, wo der Verurtheilte hingerichtet worden, alle im 79. Artikel ausgedruͤckten Nachrichten zuzuſenden, nach welchen alsdann der Sterbe⸗Act zu verfaſſen iſt.
84. Stirbt jemand in einem Gefaͤngniſſe, Zwangs- oder Einſperrungs⸗Hauſe, ſo haben die Aufſeher pder Gefangen⸗ Huͤter den Beamten des Civil⸗Standes guf der Stelle hievon zu benachrichtigen; dieſer muß, wie im 30. Artikel beſtimmt iſt, ſich dahin verfuͤgen, und den Sterbe⸗Act fertigen.
85. In allen Faͤllen, wo jemand eines gewaltſamen Todes in einem Gefaͤngniſſe oder Zwangs⸗Hauſe verſtorben iſt, oder hin⸗ gerichtet worden, ſoll von dieſen Umſtaͤnden in den Regiſtern gar nichts erwaͤhnt, und jedesmahl der Sterbe-Act einzig nach der in dem 79. Artikel vorgeſchriebenen Form gefertiget werden.—


