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Napoleons Gesetzbuch
Entstehung
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86
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86 I. Buch. 10. Titel. 2. Cap.

mit demſelben in dem Grade der Geſchwiſter⸗Kinder oder in noch naͤheren Graden befinden, foͤrmlich nachgeſucht wird. 447. Jeder Beſchluß des Familienrathes, welcher die Ausſchließung oder Abſetzung des Vormundes ausſpricht, ſoll die Beweggruͤnde enthalten, und darf nur, nach vor⸗ gaͤngiger Vernehmung oder Vorladung des Vormundes, gefaßt werden..

448. Iſt der Vormund mit dem Beſchluſſe einverſtan⸗ den, ſo ſoll hiervon Erwaͤhnung geſchehen, und der neue Vormund ſogleich ſein Amt antreten.

Widerſpricht er hingegen, ſo hat der Gegenvormund auf Beſtaͤtigung des gefaßten Beſchluſſes bey dem Gerichte der erſten Inſtanz anzutragen, und dieſes erkennt hieruͤber mit Vorbehalt der Appellation.

Der ausgeſchloſſene oder abgeſetzte Vormund kann auch ſelbſt, um ſich durch einen gerichtlichen Ausſpruch bey der Vormundſchaft erhalten zu laſſen, den Gegenvormund vor Gericht fordern.

449. Die Verwandten oder Verſchwaͤgerten, auf deren Anſuchen der Familienrath zuſammenberufen wurde, koͤnnen in dem Rechtsſtreite, der als eilige Sache eingeleitet und entſchieden werden ſoll, mit auftreten.

Achter Abſchnitt. Von der Verwaltung des Vormundes.

450. Der Vormund muß fuͤr die Perſon des Minderjaͤh⸗ rigen Sorge tragen, und in allen buͤrgerlichen Handlungen ihn vertreten.

Er muß deſſen Vermoͤgen als ein guter Hausvater ver⸗ walten, und fuͤr den aus einer uͤbeln Verwaltung entſte⸗ henden Schaden und das ganze Intereſſe haften.

Er kann die Guͤter des Minderjaͤhrigen weder kaufen, noch pachten, in ſo fern nicht der Familienrath den Gegen⸗ vormund zur Abſchließung des Pachtbertrages mit demſelben ermaͤchtigt, und eben ſo wenig kann er irgend ein Recht oder