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Code Napoléon : mit Zusäzen und Handelsgesezen als Land-Recht für das Großherzogthum Baden
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Verkaͤndigung, Wirkung, Anwendung d. Geſeze.

wieder anfechten oder zurückrufen könne, wenn nicht die Befugniß dazu für ſolchen Fall durch das bürgerliche Geſez beſonders begründet iſt.

6. h. Wo das Geſez ſagt, ein gewiſſer Vorgang ſolle dieſe und jene Veränderung im Rechtsverhältniß der Staatsbürger nach ſich ziehen; da entſcheidet es damit nur die Pflicht des Richters auf dieſe Veränderung zu erkennen, wirkt jedoch noch keineswegs die Rechtsfolgen einer ſolchen Veränderung für ſich, und ehe das Erkennt⸗ niß des Richters geſucht und ertheilt worden iſt, wenn nicht dazu geſetzt iſt, daß eine Anordnung kraft Geſezes eintreten ſolle: dieſes hat allein zur Folge, daß zu ihrer durchgängigen Wirkſamkeit, es nichts weiter bedürfe. 4

6. i. Aenderungen in den veranlaſſenden Umſtänden und Beweggründen eines Geſezes heben niemals deſſen Verbindlichkeit auf, ſo lang ein neues Geſez dieſe Aufhe⸗ bung nicht ausſpricht; wo es aber für einen einzelnen Fall zweifelhaft wird, ob er unter ein ſolches Geſez gehorig ſey, da mögen ſie den Richter zur Nichtanwen⸗ dung deſſelben beſtimmen.

6. k. Wird für gewiſſe Willens⸗Erklärungen, Ver⸗ bindlichkeits⸗Uebernahmen, oder Beurkundungen ein beſtimmtes Verfahren von dem Geſez vorgeſchrieben, und es wird ſolches bey einem Rechts⸗Geſchäft mangel⸗ haft befunden, ſo wird die Wirkſamkeit oder Unwirk⸗ ſamkeit deſſelben im Ganzen und in einzelnen Thei⸗ len von dem Ermeſſen des Richters abhängig, das ſic darnach beſtimmt, ob und wie weit damit dennoch jie Abſicht des Geſezes erreichbar ſey: durchge⸗ hends nichtig iſt es nur alsdann, wann auf die Nichtbeobachtung ausdrücklich die Nichtigkeit geſetzt, oder das Verfahren für eine nothwendige Feyerlichkeit oder Förmlichkeit erklärt iſt.

6. 1. Verbietet das Geſez gewiſſe Willens⸗Er⸗ klärungen oder Verbindlichkeits⸗Uebernahmen, es ſey nun durchaus oder unter Umſtänden; ſo iſt