Periodikum 
Otto Janke's Deutsche Wochenschrift : Monatsausg.
Entstehung
Berlin Im Digitalisierungsprozess 1863/1864, 1863-1863
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Wöchenlich eine Nummer von 1 ½ bis 2 Bogen gr.

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Preis für 13 Nummern viertetjährlich 20 Sgr. = Thlr.

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40. Velinpapier; abwechſelnd mit Illuſtrationen.

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in neues Blatt! ein neues zu ſchon ſo vielen, Bſchon zu vielen alten! ſo hörten wir Dich ſprechen, lieber Leſer, als Dein Auge eben auf unſern prunk⸗ loſen Titel fiel. Wir können Dir Deinen Ausruf der Ver⸗

wunderung und Dein Kopfſchütteln nicht verdenken, durch⸗

aus nicht! wir würden es im Gegentheil ſehr begreiflich finden, wenn Du uns für äußerſt überflüßig hielteſt, denn ſiehe! die Berechtigung zu unſerm Daſein können wir Dir ſchwer von vornherein beweiſen, weil es mit ſo einem Blatte iſt, wie mit jenen Bäumen, die man auch nur an ihren Früchten erkennt. Nun geben wir Dir freilich in dieſer Nummer, die Du in der Hand hältſt, eine Probe von unſern Früchten, aber mit den Proben iſt das wieder ſo ein eigenes Ding. Möglicherweiſe ſind ſie nicht ganz glücklich gewählt, und der mißtrauiſche Käufer läßt ſich dadurch abſchrecken; oder ſie ſind nur zu glücklich gewählt, die Waare ſelbſt fällt hernach lange nicht ſo gut aus und der leichtgläubige Käufer iſt betrogen. Deshalb iſt es vielleicht beſſer, wenn Du Dich auf die Probe nicht ſo durchaus verläßt, und uns lieber auf ein paar Augenblicke freundliches Gehör ſchenkſt, während wir Dir in aller Ehrlichkeit und aller möglichen Kürze ſagen, was wir denn ſo eigentlich beabſichtigen und woher wir den Muth ſchöpfen, Deinem halb verwunderten und halb ſpöttiſchen Lächeln entgegen zu treten mit dem kühnen Anſpruch, exiſtiren zu wollen, ja! und auch mit der Ueberzeugung, zu unſerer Exiſtenz berechtigt zu ſein.

Es iſt uns nämlich früher lange bevor wir dieſen Verſuch machten, an's Tageslicht zu treten oft aufge⸗ fallen, daß wir und Andere auch aus der Lectüre der Zeitungen nicht ganz die Belehrung zogen, die wir zu unſerm Nutz und Frommen daraus hätten ziehen müſſen. Es begegnete uns oft, daß wir z. B. einen Leitartikel über eine volkswirthſchaftliche Frage laſen, der uns ungemein aufgeklärt haben würde, wenn der Verfaſſer deſſelben ein wenig weiter ausgeholt und gewiſſe Punkte, die für uns zum Verſtändniß unumgänglich nöthig waren, nicht ſo ohne weiteres als uns bekannt vorausgeſetzt hätte; oder einen

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politiſchen Artikel, aus dem wir ſehr wenig machen konnten, weil er uns gewiſſe hiſtoriſche, juriſtiſche, ſtatiſtiſche, finanzielle Kenntniſſe zutraute, die wir wir ſchämen uns beinahe, es ſo gerade heraus zu ſagen in der That nicht beſaßen, uns auch aus Büchern anzueignen nicht wohl vermochten, denn dieſe Bücher waren uns entweder nicht zur Hand, oder, wenn dies der Fall war, hatten wir in dieſem unſerm athemloſen, zerfahrenen Säkulum, keine Zeit, ſie zu leſen. Da haben wir nun oft gedacht: wenn ſich doch eine Anzahl tüchtiger und kenntnißreicher Schriftſteller vereinigte, und ein Blatt, etwa wöchentlich, verfaßte, in welchem ſie die Fragen, die auf dem Gebiete der Politik und Kirche, der Volkswirthſchaft, der Induſtrie; auf dem Gebiete der exacten Wiſſenſchaften: Phyſik, Mechanik u. ſ. w., auf denen der Literatur und Kunſt mit einem Worte: auf den ver⸗ ſchiedenen Feldern menſchlicher Thätigkeit für den Augenblick beſonders wichtig ſind, oder vorausſichtlich in der nächſten Zeit werden können, in einer freimüthigen, von Pedanterie wie von Oberflächlichkeit gleich entfernten, demGenie der Menſchheit d. h. dem geſunden Menſchenverſtande ange⸗ paßten und deshalb allgemein verſtändlichen Weiſe behan⸗ delten. Ein ſolches Blatt dachten wir weiter würde uns, und auch Anderen, ungemein willkommen ſein; es würde uns für das nehmen, was wir wirklich ſind: für Menſchen des neunzehnten Jahrhunderts, in welchem es ſo ſehr viel zu ſehen, zu hören, zu lernen und zu wiſſen giebt, daß man ſich gar nicht wundern darf, wenn man ſehr Vieles nur ungenau ſieht, undeutlich hört, oberflächlich lernt und in Folge deſſen auch nur halb weiß, trotz Alledem aber ganz wiſſen möchte, ja, wiſſen müßte, wenn man ſich nicht damit begnügen will, am ſauſenden Webſtuhl der Zeit eine in's Nichts hinflatternde Flocke zu ſein. 6 Nun, lieber Leſer, wir fragen Dich auf's Gewiſſen, o Du nicht ſchon häufig ähnliche Betrachtungen an⸗ ſtellt und

ähnliche Wünſche gehegt haſt? und weiter en wir Dich: ob ein Blatt, das, wie das unſrige dieſen

Betrachtungen den Muth, leben zu wollen, geſt Pt⸗

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