14
in Deiner ſtrengen Noth etwas ereignen, ſie zu lindern und in Freude zu verkehren! Kein Gebet iſt ja erfunden worden, das ich nicht gebetet hätte, und— wär's nur an der rechten Jahreszeit— an einer Wallfahrt ließ' ich's auch nicht fehlen, um die Königin des Himmels zu bewegen, des ſchlimmen Va⸗ ters harten Sinn zu rühren und zu erweichen. Ja, wenn noch mir zu lieb ein Wunder geſchähe......
Die Fortſetzung ſeiner desperaten Rede blieb ihm im Munde ſtecken, denn von der Hollerſtauden-Baſtei knallten plötzlich die Karthaunen gewaltig ihr„Gebt Acht“ und „Juhe!“ in das Land hinaus, und das Schießen pflanzte ſich fort um alle Bollwerke der Stadt, und trug ſtürmiſche Grüße in die Vorſtädte, dem ſich das feierliche Geläute aller Glocken anſchloß.
„Was gibt's denn da?“ fragte Gabriel aufhorchend, und lächelnd mitten durch ſeinen Schmerz und Verdruß: „Sollte ich am End' irgend etwas geworden ſein, und ſie ſchießen mir aus der Stadt die Nachricht davon heraus?— Was gibts?“ wiederholte er laut rufend, da er an ſeiner Gartenhecke einen Nachbar jauchzend vorbeijagen ſah.—
„He, eine wackre Neuigkeit! eine glückliche Poſt!“ entgeg⸗ nete der Nachbar:„Sie haben in Frankfurt unſern Leopold zum römiſchen Kaiſer erwählt! Vivat Haus Oeſterreich hoch! Gehſt mit, Gartner, und trinkſt eins auf unſers Poldl Ge⸗ ſundheit?“
Gabriel, trotz ſeines Mißgeſchicks, hätte kein Wiener ſein müſſen, um den jubelnden Nachbar abſchlägig zu beſcheiden. —„In Gotlesnamen!“ rief er, luſtig die Mütze ſchwenkend:
„


