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womit im ewigen Leben alle diejenigen heimgeſucht werden ſollen, die hienieden den Bauch über den Glauben, die Hof⸗ fart über die Demuth zu ſetzen ſich vermeſſen dürften.— Ein jeder Zuhörer, Mann oder Weib, ſchaute ſtill in ſeines In⸗ neren geheimſte Tiefe, und fand darinnen des Unraths mehr, als der Tugend, und alle Lippen beteten ſtill und zitternd: „Herr, gehe nicht mit mir in's Gericht!“ und Aller Augen ſuchten voll Scham den Boden.
Als jedoch aus dem Munde des Predigers, ſo kalt wie Eis, und doch ſo gewichtig und unerbittlich die Worte gingen: „Was aber würde es dem Menſchen helfen, daß er die ganze Welt und ihren Reichthum gewänne, und er hätte ſeiner Seele geſchadet?“ Da wendeten ſich wie auf einen ſtrengen Befehl alle Blicke einem der Kirchenpfeiler zu, woneben im Dunkel halb verborgen ein Mann ſaß, der mit geſchloſſenen Augen zuhörte oder auch nicht zuhörte, oder ſchlief oder über ſeinen Gedanken brütete.—
Es war ein durchgewetterter Menſch, im kräftigſten Alter, mit wild aufgebuſchtem Haupthaar; eben ſo wild und ſchwarz war ſein Schnauzbart, braun und gefurcht ſein Antlitz, das viel vom ſtößigen Bocke an ſich hatte. Sein Gewand das eines Jägers; wohlhäbig indeſſen von Stoff und Schnitt, mit Silberknöpfen: eine ſeltne Pracht in der theuren Zeit von da⸗ zumal.
Als wie gerufen, wachte er auf aus Schlaf oder Nach⸗ denken, und ſeine Geieraugen leuchteten plötzlich über die ganze Verſammlung weg, die ſich von ihm abkehrte, als hätte ſie ſich gar nicht mit ihm beſchäftigt. Aber unter einander


