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ſuches erkennend, ſich nicht mehr bewegte, aber am ganzen Leibe zitterte und ängſtlich ſchnaufte. Es war überhaupt als laſtete ein unheimlicher Luftdruck auf der ganzen Umgebung. Plötzlich bebte die Luft von einem hohlen Gebrüll, das von der nächſten Höhe kam. Das arme Thier barg ſein Haupt im Graſe. Dem furchtbaren Zuruf folgte tiefe Stille. Ge⸗ duckt verließen die Jäger ihren Schlupfwinkel, und ich hörte zwei Hähne knacken.—„Bleibt zurück“ flüſterte mir der Cana⸗ dier zu.
„Ich bin lieber bei Euch, mit Euerer Vergunſt,“ ant⸗ wortete ich eben ſo leiſe:„glaubt Ihr, daß ihrer zwei ſind?“
Der Canadier zuckte die Achſeln; da erbebte ein Baum bei der Quelle von der Wurzel bis zur Krone.
„Zwei,“ ſagte der Mexicaner.
„Nicht mehr?“ fragte ich.
„Für den Augenblick nicht,“ beſchied er.
Ein Gebrüll, das gewaltig wie ſchmetternder Dromme⸗ tenklang mein Gehör erſchütterte, hieß mich verſtummen. Eine Maſſe, falb und weiß, ſtürzte ſich auf das niedergeduckte Fohlen, deſſen zerbrochene Knochen krachten und knackten, während zu⸗ gleich ein Schuß knallte; der Mericaner hatte Feuer gegeben.
Zum Canadier zurückſpringend, ſagte er:„Euer Meſſer!“ und fügte in die Höhe deutend hinzu:„Dort gilts.“
Ich ſah in die Hohe. Oben im dunkeln Geäſt der Ceder leuchteten zwei bronzene Augen; von dort faßte uns der zweite Jaguar ſcharf in's Auge, während ſein Schweif das Moos von den Aeſten ſchlug. Der Canadier verwandte keinen Blick von den zwei wilden Lichtern, deren Bewegungen er mit


