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Band 2 (1847) Band 2
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ten wie ein Rudel Wölfe, das vor dem Jaguar flieht; wir antworteten mit Siegesgeſchrei; kurz: es war ein Höllenlärm. Am Ufer angelangt, machten wir voran ſonder Raſt und Ruhe, und ſind heute Morgen wohlbehalten zur Hacienda gekommen. Wir haben unſere Biberfelle und mein Pferd wieder erobert, und ich habe einen jungen Indianer erbeutet, den ich theuer zu verkaufen gedenke. Man wird ihn mir ab⸗ nehmen, um ihn zum Chriſten zu erziehen, und der Kauf⸗

ſchilling meine Rechnung mit den armen Seelen vollends in

Richtigkeit bringen.*)

Die Erzählung hatte ihr Ende erreicht. Nach einer kurzen Pauſe, worin zweifelsohne der Mericaner erkannte, daß ſeine überſtandene Gefahr mich weniger beſchäftigte als meine bevorſtehende, hob er an:

Jetzt müſſen wir an Euch denken.

So iſt's alſo Zeit? fragte ich.

Noch nicht ganz, aber bald, verſetzte er,merkt Ihr nicht, wie dieStille rings umher immer tiefer wird? Spürt Ihr nicht, daß ein faſt ganz anderer Duft von den Pflanzen ausgeht? In der Wildniß hat jegliche Stunde der Nacht wie des Tages ihre eigenen beſtimmten Kennzeichen. Zu jeder Stunde ver⸗ ſtummt eine Stimme, erhebt ſich eine andere. Jetzt kommen gleich die reißenden Thiere, um die Finſterniß zu grüßen, gleich⸗ wie der gefiederten Sänger Schaar den jungen Tag willkommen

*) Die Sklaverei iſt in Meriko abgeſchafft, doch erlaubt das Ge⸗ ſetz, Heidenkinder zu kaufen, um ſie zu bekehren; welche Er⸗ laubniß zu manchen Mißbräuchen führt.