Zeitschriftenband 
Band 2 (1847) Band 2
Einzelbild herunterladen

311

und Rauchwerk, Decken und anderm geſtohlenen Gut. Mit einem Fußtritt ſtieß ich den Haufen um, worin ich auf den erſten Blick das uns entwendete Rauchwerk erkannte. Wie ich mich bückte, es aufzuheben, ſah ich etwas wie eine kaum merk⸗ liche Bewegung unter einer Decke. Richtig ein wilder Knabe, wahrſcheinlich der zurückgelaſſene Wächter, ſtak darunter. Die gefangene Wolfsbrut zeigte in den böſen Augen mehr Grimm als Furcht, und ließ ſich lautlos in die Decke wickeln.

Ich rief den Gefährten, der als Beobachter am Strand zurückgeblieben. Ein Schuß gab mir Antwort.

Der trinkt bis er vollauf hat, und ſtört uns nicht, ſagte der Canadier:aber lang dürfen wir doch nicht zappeln; die Kerls ſchwimmen wie Forellen.

Ich gab ihm meinen Gefangenen, kappte die Bande mei⸗ nes Gaules, und im Nu waren zwei Roße, wohl oder übel geſattelt und aufgezäumt.

Nehmt unſere Felle, rief ich dem Genoſſen zu:ich belade mich mit dem Knaben, der ſich nicht träumen läßt, daß ihm die Ehre bevorſteht, arme Chriſtenſeelen aus dem Fegfeuer zu erlöſen.Seid übrigens unbeſorgt, mein Pferd kennt meine Stimme, und das andre wird ihm willig folgen.

Während ich ſo ſprach, zerſchnitt ich die Bande der an⸗ dern Thiere, wohlberechnend, daß der Eigennutz auch im In⸗ dianer ſtärker wirkt, als die Rachſucht. Die Zeit, deren ſie bedurften, um ihre Beute wieder zuſammenzufinden, mußte uns zu ſtatten kommen.

Wir ſaßen auf und ritten der Fuhrt zu. Die befreiten Roſſe und Mäuler wieherten laut vor Luſt; die Wilden heul⸗

1 6