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Band 2 (1847) Band 2
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260 weil er einer Frau ein Billet zuwarf... Die Frau ſelbſt hatte den Galant verrathen, und ſie wußte ſehr wohl, um was es ſich für ihn handelte. Und dieſe Sitten haben ihren Wohn⸗ ſitz inmitten der ausgeſuchteſten Civiliſation der ſchönen römi⸗ ſchen Geſellſchaft wo die Männer häufig über etwas noch viel Geringeres als über ein galantes Billet in Wuth gerathen.. In Rom verändert die Breite eines Platzes die Sitten4

Nun! ich liebe mehr die nachſichtigen Fürſten und Gra⸗ fen, als dieſe ungeſchliffenen Burſche, welche die Dinge ſo ſchlimm aufnehmen! erwiederte ich getreu meinem Depoe⸗ tiſations⸗Syſtem.

Ich erſtaune, mein Lieber, ſprach der Künſtler,daß Sie nicht mehr Gefallen an dieſer bewunderungswürdigen Wildheit finden, welche die letzte Zuflucht der edlen antiken Sitten iſt... Dieſe Menſchen ſind die letzten Italiener.

Ich bewundere ihre Energie, welche den gemeinen eng⸗ liſchen Fauſtſchlag und die ſchallende franzöſiſche Ohrfeige durch das Meſſerſpiel erſetzt. Doch ich erinnere mich, geleſen zu he⸗ ben, daß unter dem Pontificat von Pius VI. von 1775 bis 1800 im Kirchenſtaat achtzehntauſend Morde vorgefallen ſind, das macht zwei auf den Tag, was denn doch etwas zu mittel⸗ alterlich iſt. Napoleon wußte die Ordnung wiederherzuſtellen, und Gott wolle, daß Italien hier, wie in ſo vielen anderen Dingen, ſeine Traditionen bewahrt hätte. Ich weiß wohl, daß dieſes Volk ſehr unmittelbar von den alten Römern abzuſtam⸗ men behauptet, und daß ſie glauben, der Adel verpflichte ſogar, den Leuten, welche die Kühnheit haben, ſie im Vorüber⸗