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Band 2 (1847) Band 2
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daß ich mich an meinem Meuchler von Rom gerächt habe. An demſelben Abend reiſten wir ab.

Nach drei Tagen war ich wieder in unſerem beſcheide⸗ nen Hauſe jenſeits der Tiber. Abgelebt durch die Strapatzen ſeines rauhen Gewerbes, gab mein Vater einige Wochen ſpä⸗ ter in einem Huſtenanfall den Geiſt auf. Ich blieb allein bei meiner Tante, welche immerhin alle Data der Ereigniſſe unſerer Familie in die Lotterie ſetzen mochte... ſie gewann nichts.

Ein ungetreuer Vetturino, der ſich in Calabrien be⸗ fand, ſtahl mir, als er den Tod meines Vaters erfuhr, meine kleine Erbſchaft, indem er die Equipagen behielt, die man ihm anvertraut hatte. Er erſchien nicht wieder in Rom. Meine Tante und ich blieben völlig ohne Mittel.

Der franzöſiſche Botſchafter hatte ſeinen Poſten verlaſſen; mein Verwandter, der Günſtling des Cardinalsreichte uns einige Hülfe, aber er wagte es nicht mehr, ſich für mich zu verwenden, wie er ſagte, aus Furcht, mein überſpannter Charakter könnte ihn abermals und noch ernſtlicher compro⸗ mittiren als früher.

Da gab mir Einer aus dem Quartiere den Rath, den Malern als Modell zu dienen. Das war mir äußerſt pein⸗ lich; da ich aber erkannte, daß ich, nur für die Büſte allein ſtehend meiner alten Tante und mir Unterhalt verſchaffen konnte, ſo entſchloß ich mich! Ich war glücklich bei meinem Debut, denn der berühmte Director der Academie von Frank⸗

reich, Herr Ingres, wählte mich als Modell zu einer Stra⸗

tonike, die er für einen Prinzen vom franzöſiſchen Hofe Der Erzähler. 1847. u. 17