mitbringen würde, und ritt durch Sturm und Wetter nach Redoute⸗Kaleh zurück, ohne ſich die Nachtruhe zu gönnen, damit nicht etwa ſeine Abweſenheit auffalle.
Schon am nächſten Morgen konnte er dem Obriſten Broſſiloff das Schreiben des Dadians übergeben. Der Brief ſchien keinen großen Eindruck zu machen. Natürlich! Zu Paris gilt zwar der Dadian für den unumſchränkten Herrſcher Min⸗ greliens, aber in Kaukaſien iſt er viel weniger denn ein Ruſ⸗ ſiſcher Obriſt. Dennoch blieb Broſſiloff nicht ganz unerbittlich, und gab dem Franzoſen fünf Tage Urlaub.
Am 5. December um acht Uhr Morgens war Montan⸗ don bereit, bis aber ſeine fünf Pferde mit landesüblicher Lang⸗ ſamkeit bepackt waren, verging der halbe Tag; dann gab es wieder allerlei Aufenthalt, und er erreichte nicht einmal Ana⸗ kria, ſondern mußte am Ufer eines Baches liegen bleiben, weil die Dunkelheit und der fallende Schnee die Furth nicht finden ließen. Der Reiſende und ſeine Führer froren erbärmlich. Morgens gegen drei Uhr kamen vier Koſaken, um Montandon nach Redoute⸗Kaleh zurückzuholen. Weshalb? Frag' einer die Koſaken! Das einzig mögliche iſt: Sack und Pack zurück⸗ laſſend nach Redoute⸗Kaleh zurückzuſprengen und den Obriſten Broſſiloff aufzuſuchen.„Sie haben bergeſſen,“ ſagt der:„den Befehlshaber des Ortes, Herrn Michelazzi, um Erlaubniß zu bitten.“—„Die ich übrigens gern ertheile“, fügt beſagter Michelazzi hinzu, der bei der Unterredung gegenwärtig iſt.
Ob Broſſiloff wohl von Swift geleſen hat, der ſeine Magd zurückholen ließ, um die Thüre zuzumachen? Mon⸗ tandon war geneigt es zu glauben; da er aber auf's neue


