Zeitschriftenband 
Band 1 (1846) Band 1
Einzelbild herunterladen

306

deren Genuß die 500 Einwohner des Städtchens noch benei⸗ denswerth erſcheinen ließ. Hier erhielt Montandon einen Brief aus Paris, worin Delacour meldete: jener Circowich, von welchem Montandon geſchrieben, ſei nichts als ein armſeliger Supercargo, den ein venediſches Haus zum ſchwarzen Meer geſendet, um eine Ladung Faßdaubenholz zu holen; wenn er ſich rühme, einen Vertrag mit dem Dadian zu haben, ſo ſei er ein prahleriſcher Lügner. Nicht minder ſei Bechenec ein Schwindler. Zum Schluß folgten im Brief noch weitere Auf⸗ träge zu anderweitigen Holzkäufen in großartigem Maßſtab, deren Ausführung den Reiſenden weit auf den Kaukaſus hin⸗ aufgeführt haben würde, ohne daß der Auftraggeber daran dachte, ihn mit den gehörigen Geldmitteln zu verſehen, als ſollten die elenden 3000 Franken, die ohnehin nicht zureichten, ſich gar noch ſtrecken laſſen.

Am 26. November aus der Quarantaine entlaſſen, er⸗ wirkte Montandon die Vergünſtigung, im Städtchen die Ankunft ſeines Paſſes abzuwarten; auch erhielt er die Erlaubniß, in der nächſten Umgegend Käfer und Raupen zu ſuchen; aber weiter in's Land einzudringen ward ihm förmlich unterſagt. Als er jedoch erfuhr, daß Bechenec mit ſeinen Gefährten zu Nikolajeff eingetroffen ſei, verbarg er ſeine Briefe für den Dadian in den Stiefeln und machte ſich unter dem Vorwand eines wiſſenſchaftlichen Ausfluges auf den Weg nach Zug⸗Didi, der Hauptſtadt des Landes.

Abends erreichte er zu Pferd mit ſeinem Führer Anakria. Einen Koſakenpoſten hatten ſie umritten. Zu Anakria ſuchte er ſich verſtändlich zu machen wie es eben gehen wollte, hatte

2