Zeitschriftenband 
Band 1 (1846) Band 1
Einzelbild herunterladen

.

er Herzog war geſtorben, der letzte Mann ſei⸗ nes Stammzweigs. Er war unverhofft und ſchnell in die Ewigkeit gegangen rapid, wie er ſich im Leben auszudrücken pflegte, als ein Sohn der König⸗-Friedrich⸗Zeit, in deren Dienſt er unerſchütterlich ſtehen geblieben war, unzugänglich allem Neuen, das er ritterlich ferne gehalten von ſeiner Perſon, wie von ſeinem Landesregiment. Viele Soldaten und 6 Lakaien, viele Pferde und Geſchütze folgten ſeiner Leiche; viele Liebe ging nicht mit. Die Glocken leierten langweilig ihr Klingklang, die Kanonen donnerten gleichſam unwillig ihrFahre wohl! Der Alte iſt todt! ſagten einander gleichmüthig die Leute im Lande, und wenn ſie dabei verdrießliche Geſichter machten, ſo geſchah es nur, weil es ſie ärgerte, daß derAlte ohne Kin⸗ der geſtorben, und weil daher Land und Leute einem Vetter und Nachbarherzog des hohen Verblichenen anheimfielen. Waren ſchon die Bürger ungehalten, daß ihrer Heimath Name ſo zu ſagen ins Schlepptau genommen werden ſollte Der Erzähler. 1846. I. 1