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Von Alfred Hartmann. 235
„Nennt mir den nächſten Weg nach Arth und Küßnacht!“
Ohne Zweifel zieht er ſich zunächſt dem Fuße der Frohnalp entlang, die ſich zwiſchen Siſſigen und Brunnen beinahe ebenſo ſchroff als weiter oben der Axen aus dem See erhebt. Von Brunnen nach Arth mochte ſich vor dem Goldauer Bergſturz die offene Straße über Steinen ziehen und der Weg über Lowerz noch ein heimlicher ſein. Heutzutage fährt, reitet und geht jedoch alle Welt, welche dieſes Weges muß, dem linken Ufer des Lowerzerſees entlang, an der Inſel Schwanau vorbei und über den Schutt von Goldau. Auch Geßler wäre ſchwerlich einen andern Weg geritten. „Hätte ſich die Geſchichte mit dem Tell in unſern Tagen ereignet,“ meinte der Doctor,„ſo würde der Schütze von Bürgeln wahrſcheinlich auf den Schrecken hin im Bade Seewen einen Schoppen getrunken haben; dorthin hätte ſich dann ohne Zweifel auch der Vogt verfügt, um ſich mittelſt einer Taſſe Thee mit Rhum vor den Folgen der Erkältung auf dem See zu ſichern. Statt in der hohlen Gaſſe wäre dann der Handel in dortiger Gaſtſtube abgethan worden, worauf bei einer modernen Bearbeitung des Tell jeden⸗ falls Rückſicht genommen werden ſollte.“ Indeſſen hatte uns unſere Jaſſe bis Brunnen gebracht. An der„Suſt“ (dem Waarenhauſe) ſind die drei ſchwörenden Eidgenoſſen gemalt zu ſehen, zur Erinnerung an den ewigen Bund, welchen hier die drei Waldſtätte nach der Schlacht von Morgarten abſchloſſen. Aber noch ein anderes Bild ſchmückt die getünchten Wände des Waarenhauſes. Es iſt der Kampf zwi⸗ ſchen Suit und Scheho(Suiter und Swen), der entſchied, wer von beiden dem Lande den Namen geben ſollte. Denn wie ſchon Stauffacher auf dem Rütli erzählt, wanderten in uralter Zeit, von Hungersnoth getrieben, die Vorväter von Mitternacht her,— „Bis daß ſie kamen in das wilde Thal, „Wo jetzt die Muotta zwiſchen Wieſen rinnt,— „————— gewahrten ſchöne Fülle
„Des Holzes und entdeckten gute Brunnen.— „——— Da beſchloſſen ſie zu bleiben—“
Im Ehrenkampfe um die Pathenſtelle blieb Suit Sieger und gab dem„Schwhzerländli“ ſeinen Namen, der ihm noch bis auf den heutigen Tag geblieben iſt.
„Laſſen wir den Schützen Tell über Lowerz, den Landvogt meinet⸗ wegen über Steinen ziehen, wohin ſie ihr Schickſal ruft. Uns mag unter⸗


