Jahrgang 
1855
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Prieſtet Kuf⸗ Mulahi

Oſtern

Von Hermann Emmerich. 467

erreichte er die Hauptſtadt Portugals, welche er in ſehr anſchaulicher Weiſe beſchreibt. Der König verweilte immer den ganzen Vormittag in der Kirche hinter einem Gitter auf dem Chor, ließ ſich ſonſt nicht ſehen, und ſein ein⸗ ziger Spaziergang führte aus dem Kabinet in ſeine Kapelle; die Regierung wurde von ſeiner Gemahlin Anna geleitet. Erſt in der zweiten Hälfte Septembers konnte Pauke ſich auf der nach Braſilien beſtimmten Handels⸗ flotte einſchiffen; ſie nahm ſechzig Jeſuiten, alleſammt Miſſtonäre, an Bord, war dreiundfünfzig Fahrzeuge ſtark und hatte vier Kriegsſchiffe zur Be⸗ deckung. Pauke erhebt große Klagen über die Gottloſigkeit, das Fluchen und abſcheuliche Betragen der Portugieſen, und rühmt den religiöſen Geiſt auf dem ſchwediſchen Schiffe. Am Neujahrstage 1749 trifft er in Buenos Ayres am Silberſtrom(La Plata) ein, und verweilt dort bis in die Mitte des April. Wie entſetzlich lähmend das alte ſpaniſche Kolonialſyſtem auf den Verkehr einwirkte, ergibt ſich aus der Thatſache, daß Pauke in jenem Hafen nur ein einziges Schifffand, das ſchon vier Jahre lang ver⸗ geblich auf Befrachtung lauerte; 1766 wurden in einem Jahre zwei Seeſchiffe dort geſehen. Ins Innere, nach Cordova, wurde er auf hölzernen Karren geſchafft, an welchen auch nicht ein Stückchen Eiſen ſich befand; das Verdeck beſtand aus Ochſenhäuten. Schon im Jeſuitencolle⸗ gium dieſer einſt berühmten Univerſitätsſtadt beginnt er ſeine Thätigkeit; er muß die Negerſklaven des Collegiums zu Muſikern heranbilden, eine Vesper und eine Meſſe componiren, und wird dann auf die Wirthſchafts⸗ güter der Jeſuiten geſchickt. Auf einem derſelben hüteten fünf Neger acht⸗ tauſend Zuchtſtuten und dreitauſend Maulthiere; er lernte den Vorſteher der Miſſionen ſchon bekehrter Völker kennen, einen Pater Bernard Nus⸗ dorfer aus Bayern und begibt ſichvor Begierde glühend, ſeine Kräfte einem bisher unbekannten Stamme, der chriſtlich werden wollte, zu weihen, nach Santa, wohin er einen Weg durch Wüſteneien ſich bahnen muß. Einige ſeiner künftigen Gemeindeglieder, zwölf Erwachſene und fünf Kna⸗ ben, kommen ihn abzuholen.Mein leutſeliges Betragen, meine freundliche Miene wurde von ihnen nicht verkannt; und als ich meine Speiſe mit ihnen theilte, ihnen einige Stücke auf der Violine ſpielte, ſie mit der Flöte und dem Waldhorn unterhielt, wurden ſie mir ſo gewogen, daß ſie ſich auch in ſpäter Nacht nicht von mir trennen wollten.

Mit dieſen Mokobi⸗Indianern zieht nun Pauke ab; auf einer Kuh⸗ haut ſchaffen ſie ihn über angeſchwollene Flüſſe. Nach elftägiger ungemein

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