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Von Hermann Emmerich. 465 und Milde und Klugheit ſind über alles Lob erhaben. Aber wie viele wiſſen denn von unſeren Landsleuten und ihrem ſegensreichen Wirken? Wer hat auch nur eine Ahnung davon, daß in den Einöden Südamerika's vor eini⸗ gen Menſchenaltern mehr als ein Deutſcher lebte, der weit ruhmreichere Lorbeeren erwarb, als ein Sieg auf dem Schlachtfelde bringen kann? Er⸗ lauben Sie, daß ein Proteſtant den Leſern der Hausblätter einen deutſchen Jeſuiten vorführt, einen in ſeiner Art großen Mann in vollem Sinne des Worts. Dieſer Mann heißt Florian Pauke. Wer hat ſchon von ihm gehört?—
Es wäre durchaus verwerflich, aus confeſſioneller Abneigung die un⸗ ſterblichen Verdienſte, welche die Jeſuiten ſich um die amerikaniſchen Wilden erworben, irgendwie verkleinern zu wollen. Ich nehme keinen Anſtand zu behaupten, daß außer den peruaniſchen Inkas niemand in ſo hohem Grade verſtanden hat, Wilde in Menſchen umzuſchaffen, wie eben die Jeſuiten. Sie hatten namentlich den richtigen Takt, auf welchen bei Zähmung der Indianer ſo viel ankommt; ſie wußten ferner ganz vortrefflich, daß dieſelben eigentlich nur große Kinder ſind, und demgemäß behandelt werden müſſen. Wir haben gut reden über die unbegrenzte Fähigkeit des Menſchengeſchlechts ſich zu entwickeln und zu vervollkommnen. Der Ethnologe aber weiß, daß dieſe Fähigkeit bei den verſchiedenen großen Menſchengattungen auch eine verſchiedene und verſchiedenartig begrenzte iſt und bleibt. Tauſend und aber tauſend Jahre fortgeſetzter Erziehungsverſuche würden nicht hinreichen, den Vollblutneger intellectuell auf die Höhe der geiſtigen Ausbildung unſerer kaukaſiſchen Race zu bringen; er würde nicht aufhören, Neger zu ſein, denn ſeine eigenthümliche Begabung bleibt immanent. Es verhält ſich ähnlich mit den wilden Stämmen Südamerika's. Das ſcheinen die Jeſuiten wohl gewußt zu haben.
Der Jeſuit in Paraguay und in den Ländern am Laplataſtrom be⸗ kehrte niemals mit Feuer und Schwert; ſeine Waffen waren Freundlichkeit, ſanfte Ueberredung, Schlauheit, Muth, Beharrlichkeit, gutes Beiſpiel, Muſik, und Furcht, welche die Religion den Wilden einflößte. Er begab ſich un⸗ erſchrocken mitten unter Menſchenfreſſer, ohne Schwert oder Flinte. Seine Ausrüſtung beſtand in einem Querſack mit Lebensmitteln und Arzneien, mit Glasperlen, bunten Tüchern und anderen kleinen Geſchenken, in Brevier, Flöte oder Geige. Er kam gewöhnlich allein, war hoflich und gewandt, lernte Sprache und Sitte des Stammes, ſchmückte das Haar des
Hausblätter. Jahrg. 1855. III. Bd. 30


