Jahrgang 
1855
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Von Joſeph Ennemoſer. 225

wenn man ſo glücklich iſt ſie zu erreichen, ſind ſie obendrein wild und wider⸗ ſtehen auf das hartnäckigſte jeder verſuchten Lenkung nach links oder rechts.

So iſt es mir geſchehen, daß ich einmal einen gar nicht großen Schaf⸗ bock holen ſollte. Ich erhaſchte ihn endlich nach langer Verfolgung in den ungangbarſten Felſenwänden. Obwohl ich ihn an einen Strick gebunden, widerſtand er jedem Verſuch ihn weiterzuführen; wollte ich ihn bei den Hörnern und beim Schwanze vorwärtsziehen, ſo war ich nicht lange dazu im Stande, weil das Thier eben ſo viel wo nicht mehr Kraft als ich in Anwendung brachte, und ich zugleich den Fuß auf den unſicheren Steinen höchſt vorſichtig anſetzen mußte, um nicht in den Abgrund zu fallen. Dazu machte er häufig ſo raſche Wendungen und Seitenſprünge um mir zu ent⸗ kommen, daß es ein wahres Wunder war, wenn wir beide nicht zugleich zu Grunde gegangen ſind, noch mehr, daß ich aus dem Kampfe der den ganzen Tag andauerte und mich bis zur völligen Ermattung brachte, doch endlich gegen Abend als Sieger hervorging. Auch beim Hüten der lenk⸗ ſamen und harmloſen Ziegen war ich mehrfachen Unfällen ausgeſetzt. So brach einmal unverſehens ein Waſenſtück unter meinen Füßen; ich ſtürzte und fiel einen ſteilen Abhang hinunter, erhaſchte aber im Fall einen Baum⸗ aſt, und blieb ſo daran hängen, wobei mir ein dürres Stück zwiſchen den Fingern ſtecken blieb, welches erſt zu Hauſe Abends herausgezogen wurde. Davon trage ich heute noch die Narbe. Ein andermal fiel ich im Laufe und kugelte eine hohe Strecke weit über eine ſteile Fläche hinab, wobei ich in⸗ deſſen der Gefahr mit einigen Contuſionen entgangen bin.

Wie der Schnee in den höheren Alpen ſchwindet, wird das Vieh nach und nach dahin getrieben. Da wird das Hirtenleben angenehmer, die Ziegen bedürfen keiner ſorgfältigen Aufſicht mehr, gefährliche Stellen gibts gar nicht, und dann findet ſich Geſellſchaft von Hirten. Beſonders war der Schneeberg ein Anziehungspunkt zu luſtigen Unterhaltungen und Sammelplatz bei gutem und bei ſchlechtem Wetter.

Später im Hochſommer, ſobald Saumer mit den Pferden auf den Schnerberg zogen, wurden die Ziegen noch weiter in die Schöner⸗ alpe und ſogar über das Joch in das Thal von Ridnau hinüberge⸗ trieben, ſo daß die Entfernung von den Häuſern, wohin man dennoch täglich zurückkehren mußte, gut drei Stunden, alſo der Weg hin und her ſechs Stunden betrug.

So ſchön das Leben in den hohen Bergen nun bei ſchönem Wetter

Hausblätter. Jahrg. 1855. III. Bd. 15⁵