Jahrgang 
1855
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liner Aus⸗ war, hat ben, Haſen,

ne Reiſe in ichnungen: erausgabe

Dieſſeits und jenſeits der deutſchen Alpen.

Wanderſkizzen

von

Friedrich Lampert.

III. Von Penedig bis Trient.

In früherer Stunde, als man ſonſt in Venedig aufzuſtehen pflegt, durchgondelten wir zum letztenmal den Canal grande; wieder jagte der Zug über die Rieſenbrücke, und raſch war Meer und Stadt verſchwunden, wie ein Traumbild gekommen, gegangen. Eine in jeder Fußbreite bebaute, mit aller Ueppigkeit des Südens geſchmückte, aber außer der reichen Vege⸗ tation dem Auge wenig bietende Ebene hatte uns aufgenommen; an kleinen unbedeutenden Stationen flogen wir vorüber, bei einer ſahen wir Heine's geliebten Fluß, die Brenta. Die erſte Stunde der Fahrt war zu Ende und für uns der erſte Aufenthalt gekommen: Padua. Unſer lieber norwegiſcher Wandergefährte, der nun vom Großglockner an Leid und Freude mit uns getheilt hatte, ſchied hier von uns; er eilte heimwärts. Wie verloren wir ihn ſo ungern! Nun ſind wir weit, recht weit auseinander, aber unſere Gedanken fliegen doch manchmal zuſammen, um mit einander zu plaudern von den gemeinſamen goldenen Tagen an den Ufern der Möll und der Piave und dem Geſtade der Adria.

Wir verſchmähten die Fiacres und Omnibus am Bahnhof und zogen, wie es ſich für ci-devant Studenten geziemte, in die alte, hochberühmte Uni⸗ verſitätsſtadt hübſch beſcheiden zu Fuß ein. Daß dieſe Stadt nicht von geſtern her iſt und ihre Geſchichte etwas in grauer Alterthumsferne zu ſpielen anfüngt, hätten wir, wenn wir auch nicht ſo trefflich in den Annalen der alma mater Patavinensis beſchlagen geweſen wären, gleich aus den alterthümlichen, hohen Häuſern, den engen Straßen, dem etwas italieniſch

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