Jahrgang 
1855
Einzelbild herunterladen

460 Pariſer Atelierbeſuche.

Bilder: Conture, das römiſche Bacchanal; von Charles Müller die Abfüh⸗ rung zur Guillotine während der Schreckenszeit; von Gerome die Apo⸗ theoſe des Auguſtus, und endlich Mvons Rückzug der Franzoſen aus Rußland, von welchen letzteren beiden Bildern ich Ihnen in meinem frü⸗ heren Briefe genauere Mittheilungen gemacht habe. Neben dieſen befinden ſich große Bilder von Trogon, Roſa Bonheur, Chaſſeriau, Robert Fleurh, Janet Lange und andern Künſtlern. Außerdem ſind noch viele Säle mit franzöſiſchen Bildern angefüllt.

Die deutſchen Bilder ſind leider nicht zuſammen aufgeſtellt. Preußen hat einen ſehr ſchönen und großen Saal, in deſſen Mitte die große Gruppe von Kiß ſteht; die Oeſterreicher habe ich nicht finden können. Die Badenſer haben einen kleinen Raum, ſind aber ſehr gut placirt. Unter ihnen drei Bilder von Knaus und eines von Winterhalter. Ihnen gegenüber befinden ſich die Schweizer. Die Hamburger haben einen kleinen Eckplatz, faſt ohne Licht, die Württemberger und Frankfurter zuſammen eine Wand, ebenſo die Baiern, die etwa fünfzig Bilder zählen.

Die Engländer ſind ſehr reich vertreten. Sie nehmen einen bedeutend langen Corridor ein. Die Belgier füllen zwei Säle, die Holländer einen. Die Dänen, Schweden, Norweger, Mexikaner und Peruaner ſind im erſten Saale placirt, wo der Eingang ſtattfindet. Die Nordamerikaner waren noch nicht geordnet. Von Piemonteſen und Spaniern ſind bisher nur wenige Bilder angekommen, und überhaupt iſt es unmöglich, vor der Voll⸗ endung der geſammten Anordnung und Aufſtellung eine präciſe und detail⸗ lirte Ueberſicht des Ganzen zu geben.

Soll ich mir eine allgemeine Bemerkung erlauben, ſo iſt es die, daß alle Nationen die Eigenthümlichkeiten ihres Volkslebens geſchildert und daher ihren eigenen Stil herausgebildet haben. Beſondets haben mich die Engländer überraſcht, die ſehr charakteriſtiſche Bilder eingeſandt haben, in denen ſich ein gewiſſes Element Boziſcher Schilderungsweiſe nicht verkennen läßt. Auch einige ſchöne Landſchaften befinden ſich unter denſelben, meiſt aber ſind es doch übertriebene Effekte oder Naturerſcheinungen, in denen ſie ſich gefallen. Schöne Thierſtücke, aber auch ſchreckliche hiſtoriſche Bilder. Die belgiſche Ausſtellung iſt in der That vorzüglich, inſoſern ſie einige der Perlen des ganzen Salons in ſich ſchließt, mit den Bildern von Willems, Lehs, Stevens und de Grour, von denen die letzteren beiden Scenen aus dem Volksleben mit großer Energie geſchildert haben. Willems Bilder ſind

in i mar mit ſehr

auf

In

Gal hil übr nic der

Bi

Bil