240 Drei deutſche Dichter. Von Levin Schücking.
Worte: Laſſet die Kindlein zu mir kommen!— nachſpricht. Die Kleinen und das Kleine iſt es, was er liebt, das Kleine, das Unterdrückte, das Unbe⸗ achtete, das ſich demüthig unſerem Auge verbirgt oder dem ſtolz unſer Auge ſeine Blicke verſagt. Er zeigt es in ſeiner vollen Gleichbeechtigung mit dem Großen und Mächtigen, an dem unſere Bewunderung haftet. Und ſo iſt auch er ſelbſt dem Kleinen treu geblieben bei ſeinem Schaffen— dem kleinen Lebensbilde„der Studie.“ Er kennt, ſagten wir ſchon oben, die Leiden⸗ ſchaften nicht, auch der Ehrgeiz iſt ihm fremd,— deßhalb hat er ſeinem Talente nicht große und umfaſſende Werke abgerungen, wozu es ihm auch wohl an plaſtiſchem Sinne gefehlt hätte; wollten wir ihm einen Vorwurf daraus machen, ſo würden wir nur zeigen, daß all ſeine tiefſinnige Lehre vom Kleinen uns ſelber unverſtändlich geblieben!—


