Jahrgang 
3 (1867)
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476 Zur Lecture.

das als neugeborenes Kind durch Zufall einem Kreiſe von jungen Leuten wir müſſen wohl ſagen: anheimfällt, von ihnen allen adoptirt, erzogen und beſchützt wird, bis man ſpäter ſeine Eltern entdeckt iſt ein ſehr alter. Aber wie trefflich iſt er hier behandelt, voll ſolcher Munterkeit und Wärme, mit ſo viel Geſchick und ſo viel Einfachheit! Die Ueberſetzung aber iſt dem Ori⸗ ginal ebenbürtig ſie ſpricht uns durchaus an, als ſei ſie ſelber ein ſolches.

J. v. Rodenberg, Die Myrthe von Killarney. Berlin. Grote. 1867.

Eine moderne Idylle hat der Verfaſſer dieſe hübſche Erzählung ge⸗ nannt, die in ſauberſter Ausſtattung, mit allerliebſten Illuſtrationen ge⸗ ſchmückt vor uns liegt. Herr Rodenberg iſt in England und zumal in Irland ſehr bekannt und weiß uns in trefflicher Schilderung das Land und die Men⸗ ſchen des armen Erin vor Augen wir fügen hinzu: und in's Herz zu rücken. Das Buch verdient nicht bloß durch die gerühmte Ausſtattung einen Platz auf den Büchertiſchen und in den Händen unſerer Frauen.

Fanny Lewald, Erzählungen. 2 Bde. Berlin. Grote. 1866.

In gleich hübſcher Ausſtattung und ebenfalls mit zierlichen Illuſtra⸗ tionen, erhalten wir hier drei Erzählungen der bekannten Schriftſtellerin: Vornehme Welt,Das Mädchen von Oyas, undDie Dilettanten. Wir dürfen uns wohl mit der Bemerkung begnügen, daß alle drei des Rufes, den ihre Verfaſſerin als Erzählerin beſitzt, völlig würdig ſind. Fanny Le⸗ wald's Vorzüge als Erzählerin, Darſtellerin und feine Charakterzeichnerin ſind zu bekannt, als daß wir ſie noch beſonders hervorzuheben und im Ein⸗ zelnen nachzuweiſen hätten.

H. v. Numers, Der Achatring. A. d. Schwed. v. A. Kretſchmar. 3 Bde. Leipzig. C. F. Schmidt. 1866.

Ein Roman aus dem Hofkreiſe zur Zeit des Anjalabundes und des Finniſchen Krieges, dem wir nachrühmen können, daß er uns Zeit, Menſchen und Zuſtände recht anſprechend zur Anſchauung bringt. Wir haben das Buch mit Vergnügen geleſen und können die Ueberſetzung als recht gewandt empfehlen.

Th. Storm, Von jenſeit des Meeres. Schleswig. Schulbuchhdlg. (Heiberg.) 1867.

Man darf nur den Namen des Verfaſſers dieſer Erzählung leſen, um von vornherein überzeugt zu ſein, daß man hier eine, pſychologiſch auf das