Jahrgang 
3 (1867)
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Nicht weither geholt.

Von Friedrich Haſenow.

IV. Von Schaf und Ziege.

Der Heiligkeit, welche dem Bilde des Lammes von ſeiner bibliſchen Verwendung her anhaftet, hat das Schaf ſich wenig zu erfreuen.Du biſt ein Schaf! iſt keine Schmeichelei und wird's auch durch den Zuſatzgut müthig nicht, es ſei denn, daß jemand ſich ſelbſtein gutmüthig Schaf nennt, der dann aber wahrſcheinlichein Wolf im Schafskleide iſt, vor denen man ſich bekanntlich doppelt zu hüten hat. Eine ſonſt wenig beachtete Eigen⸗ ſchaft des Schafes pflegt ſolchen, wenn ſieihr Schäfchen auf's Trockene ge bracht haben, am beſten zu gefallen: wer ſie um Nachſicht zu bitten hat, der kann zu hören kriegen:Das Schaf iſt gewiß ein fromm Thier, aber es graſ't genau. Die fromme Gutmüthigkeit des Schafes iſt verdächtig, weil ſich nicht erweiſen läßt, daß ſie anderen Grund hat, als ſeine Wehr loſigkeit und das Bewußtſein derſelben, ſeine Dummheit aber zeigt ſich beſonders darin, daß es blindlings nachläuft, wohin derLeithammel vor⸗ angeht. Da darf man es freilich nicht unbehütet laſſen, es weiß nicht für ſeine eigene Sicherheit zu ſorgen:das freie Schaf frißt der Wolf. Schutz und Obhut wird ihm aber keineswegs ſeinetwegen zu Theil:das Schaf trägt ihm ſelber keine Wolle; faſt jeder Hirtweiß ſein Schaf zu ſcheeren, dazu hat er Geduld und weiß:Man muß das Schaf nicht ſengen, die Wolle gilt wohl ihr Geld, aber nicht jeder hat die Mahnung im Sinne: