Jahrgang 
3 (1799)
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349 Aber, meine gute Schweſter, wie war es Dir, bei Deinem Verſtande und Deinem Her⸗ zen, moͤglich, Deine liebenswuͤrdige Mariane, dies unverdorbene Mädchen, ſo unerhoͤrt auf⸗ zuvpfern, ſie in ein Haus zu geben, wo ſie nur unglucklich ſeyn konnte? Wie war es nur mei⸗ nem Bruder moͤglich, der doch in ſeinem Hauſe ſelbſt ſo verblendet nicht ſeyn kann, daß er dies von Dir verlangen, oder Dir es als Wohlthat anrechnen konnte? Mir iſt es unbegreiflich. Ich bin kaum zwei Wochen hier, aber ich ſehe und höre ſo viel, daß Mariane ein Engel ſeyn muß, wenn ſie dies lange ertragen kann. Biſt Du denn ſo ganz ungluͤcklich, daß eins Deiner Kinder geopfert werden mußte? Oder wollteſt Du dem Bruder dieſe wohlgemeinte Bitte nicht verſagen? Das wird's ſeyn. Aber iſt denn mein Bruder einen Augenblick Herr in ſeinem Hauſe? Und hältſt du die Grundſätze eines ſiebzehnjährigen Mädchens fuͤr unerſchutterlich? Ein Kind ſoll in das Chaos Ordnung bringen, und nicht ſelbſt in die